Eröffnungskonzert der Arolser Barock-Festspiele

Spaß am Spiel und Lust am Klang

Entspannt vor der Eröffnung: Gambist Vittorio Ghielmi, Blockflötistin Christina Hahn (Mitte) und die künstlerische Leiterin Dorothee Oberlinger. Foto: Deutschländer

Bad Arolsen. Unterhaltsam, abwechslungsreich und ein klein wenig rustikal ging es am Mittwoch beim Eröffnungskonzert der Arolser Barockfestspiele unter dem Motto „Celtic Baroque“ zu. Gespielt wurden vorwiegend kleinere Kompositionen aus dem 17. Jahrhundert, als auf den britischen Inseln weniger das öffentliche Konzert als das Musizieren im Privaten gepflegt wurde.

Wenn aber Könner wie das italienische Gambenensemble Il Suonar Parlante und das Blockflötenconsort des Salzburger Mozarteums musizieren, dann wird auch aus einem Programm kleinformatiger Stücke staunenswerte Kunst.

Einen folkloristischen Einschlag und ungewohnte Farben brachte der Bagpipe-Virtuose Fabio Rainaudo ins Spiel. Auf zwei unterschiedlichen Dudelsäcken bewies er, wie sensibel und differenziert man dieses Instrument bedienen kann.

Aufs Cembalo wurde diesmal ganz verzichtet. Stattdessen gestaltete die Harfenistin Johanna Seitz den Continuo-Part mit klanglicher Delikatesse.

Ein Glücksfall ist es es, wenn die künstlerische Leiterin der Barockfestspiele auch auf der Bühne die Glanzlichter setzen kann. Dorothee Oberlingers virtuoses Blockflötenspiel - etwa bei Henry Purcells Sonata in g im Zusammenklang mit dem nicht minder virtuosen Vittorio Ghielmi auf der Diskant-Gambe - riss das Publikum in der ausverkauften Fürstlichen Reitbahn zu Beifallsstürmen hin.

Eine Klangfarbenmischung wie beim „In nomine“ von John Jenkins war in Arolsen wohl kaum je zu hören: Ein vereintes Blockflöten- und Gamben-ensemble mit einem Dudelsack, der den Cantus firmus (Hauptmelodie) spielt. Toll!

Und im Kontrast zu den meist unterhaltsamen Stücken hinterließen zwei melancholisch-dichte Sätze für Gambenquartett von Tobias Hume einen besonders tiefen Eindruck. Viel Beifall, zwei Zugaben.

Von Werner Fritsch

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