Die 22-jährige Amerikanerin Uffie glänzt mit Electro-Pop

Spaßtritt in den Hintern

Mix Sexappeal: Uffie. Foto:  nh

Der Popbetrieb der Gegenwart schätzt einiges, doch am meisten schätzt er junge Frauen. Je jünger sie sind, desto görenhaft wilder müssen sie auftreten. Sind sie etwas älter, ist mehr Laszivität gefragt. Die Musik der jungen Frauen sollte sexy sein und solide Hit- und Partyqualitäten haben - je digitalisierter, umso besser. Wichtig ist auch, dass sich Geschichten über die jungen Frauen erzählen lassen. In diesem Punkt unterscheidet sich der Popzoo kein bisschen von Hollywood.

Ganz vorzüglich fügt sich Uffie in diesen Kriterienkatalog der Erfolgsbedingungen im Pop. Mit 16 machte sie erste Bühnenerfahrungen; „Pop The Clock“, der im Verhältnis zum Rest reichlich verschmuste R&B-Opener auf Uffies Debütalbum „Sex Dreams And Denim Jeans“, erschien bereits drei Jahre nach ihrer Entdeckung. Die Lebensstationen der heute 22-jährigen Amerikanerin schillern so bunt wie die ihrer Londoner Kollegin M.I.A.: Uffie, die eigentlich Catherine Hartley heißt, wurde in Kalifornien geboren, wuchs in Hongkong auf, machte Paris zur Wahlheimat. Und süß schaut sie aus, und dabei so frech wie selbstbewusst.

„Tik Tok on the clock / But the party don’t stop“ - natürlich nicht! Die Party muss weitergehen, immer weiter. Davon singt Kesha und zieht blank, wenn sich die Gelegenheit bietet, und auch Uffies 14 Tracks fassendes Album will vor allem ungestüm von Sex und feuchten Träumen erzählen, deshalb heißt es ja: „Sex Dreams And Denim Jeans“. Und deshalb hat Uffie nicht mit ihrer Oma zusammengearbeitet, sondern mit Party-Beat-Bastlern aus dem Ed-Banger-Umfeld, mit Mr. Oizo, Mirwais, Feadz und SebastiAn.

Uffie und ihre Mitstreiter spielen Peitsche mit der digitalen Snare, arbeiten mit Sub-Basslinien und kompromisslos fetten Big Beats. Aber: Uffie kann nicht singen, also gibt sie die Göre, den betont schnoddrigen, sprechsingenden MC. „Sex Dreams And Denim Jeans“ ist direkt, auch reduziert in der Melodieführung. Wo Robyn, Stockholms platinblonde Stylerin, mit ihrem Electroclash-Europop von traurigen Robotern träumt, geben einem Uffies Tracks - an Justice oder den kompromisslos knallenden Booty Electro eines DJ Assault erinnernd - einen ordentlichen Spaßtritt in den Hintern.

Uffie: Sex Dreams And Denim Jeans (Ed Banger / Warner). Wertung: !!!!:

Von Michael Saager

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