Spiel mit der Tradition: The Toughest Tenors im tif

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Tenorsaxofone im Wettstreit: Patrick Braun (links) und Bernd Suchland im tif. 

Kassel. Zurück in die Fünfziger hieß es am Mittwochabend im voll besetzten tif. Zu stilechter roter Clubbeleuchtung gab es launige Moderationen von Bandleader Bernd Suchland („Die Musiker wollten erst nicht mitkommen, weil sie dachten, wir spielen beim TÜV“) und natürlich jede Menge schnelle Skalen.

Tenorsaxofon im Doppelpack lautet das zentrale Thema der „Toughest Tenors“ aus Berlin, in der klassischen Quintett-Besetzung mit Klavier, Bass und Schlagzeug wurden hier gekonnt die großen Zeiten des Bebop wieder zum Leben erweckt.

Cole Porters „All through the night“ gerät im Uptempo zur Vorlage für den musikalischen Schlagabtausch zweier versierter Solisten: Erst das Thema im rhythmischen Tutti präsentieren, dann cool durch die Harmonien rasen.

Vieles an diesem Abend ist stimmig, Lars Gühlke unterfüttert kraftvoll mit dem Kontrabass, Dan Robin Matthies trotzt dem als Klavierersatz zu Verfügung stehenden Plastik-Keyboard beeindruckende Klanggebilde ab, Schlagzeuger Ralf Ruh trommelt vehement gegen seinen Namen an.

Unterschiedliche Sound- und Spielcharaktere

So sehr die Saxofone im Satz zusammenlaufen, präsentieren sie doch zwei unterschiedliche Sound- und Spielcharaktere, bietet Bernd Suchland in den „Battles“ schon ein hohes Tempo an, so legt Patrick Braun noch einen Zahn zu und würzt sein Spiel gerade in einem wunderbaren Bluessolo mit witzigen Crowl-Effekten, dem Dazusingen von Tönen.

Natürlich ergeben sich an diesem Abend keine neuen Aspekte, auf den Fahnen der Band steht ja auch die Wahrung der Tradition. Die aber kommt gut rüber und wird gemocht. Ein netter Abend, im vollen Haus, mit angemessenem Applaus bedacht und um eine Zugabe erweitert.

Von Hartmut Schmidt

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