500 Besucher beim Neujahrskonzert der Spohr-Sinfonietta in Vellmar

Spiel mit üppigem Schmelz

Gute Seele des Abends: Lore Schrettner (Mitte) und ihr Ensemble. Foto: Malmus

VELLMAR. Dass ein neues Jahr begonnen hat, kann man in Vellmar am besten feststellen, wenn die Louis-Spohr-Sinfonietta wieder zum traditionellen Neujahrskonzert einlädt. Die Stimmung unter den 500 Zuhörern war bestens, das Programm wieder ganz von der heilen Welt der Wiener Operette und ihrer Komponisten geprägt. Aber es gab auch eine Neuerung: Erstmals fand das Konzert in der Mehrzweckhalle von Frommershausen statt, eine gute Entscheidung, denn der liebevoll geschmückte Saal hat eine großzügige Weite und, wichtiger noch, eine überraschend gute Akustik.

Gute Seele des gefeierten und durch kleine Gags aufgeheiterten Abends war die Österreicherin Lore Schrettner, die von 1983 bis 1993 an der Musikakademie Kassel unterrichtete und damals die Spohr-Sinfonietta und die Vellmarer Neujahrskonzerte gründete.

Das 13-köpfige Streichorchester, um fünf Bläser, Klavier und Schlagzeug verstärkt, spielte auf einem ausgezeichneten Niveau, luftig und gut durchhörbar, aber wo angebracht auch mit üppigem Schmelz wie beim „Pester Csárdás“ von Johann Strauß. „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ von Robert Stolz oder „Wiener Blut“ von Johann Strauss waren nur einige der Nummern aus den älteren und jüngeren Generationen der Wiener Unterhaltungsmusik. Solistin war die Sängerin Maren Engelhardt, die am Kasseler Staatstheater engagiert ist. Sie sang neben der Arie „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der „Fledermaus“ als einzigen Beitrag aus dem Bereich der Oper die berühmte „Habanera“ aus Bizets „Carmen“ und tat dies mit einem schönen dunklen Timbre und feiner stimmlicher Gestaltung.

Zum Mitsummen oder sogar zu verstohlenen Tränen brachte sie die Zuhörer dann mit einer wohlbekannten Nummer aus Lehárs „Die lustige Witwe“: „Vilja, oh Vilja, mein Waldmägdelein“.

Damit die Wehmut nicht am Ende stand, erklang der Radetzkymarsch als Rausschmeißer.

Von Johannes Mundry

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