Bei der Theatergruppe „Die Irrlichter“ erarbeiten Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam ein Stück

Spielen - cool wie James Bond

Viel Spaß bei der Improvisation: Das Ensemble „Die Irrlichter“ beim Proben in Bond-Pose. Foto:  Fraschke

KASSEL. Schon die Namensfindung dieser neuen Theatergruppe lief in Form einer Improvisationsshow ab: Wer eine Idee hatte, sollte sie einmal in einer gespielten Pressekonferenz, einmal als Werbejingle und einmal wie bei einer politischen Demonstration präsentieren. So wurde schnell und witzig klar, welcher Begriff der tragfähigste war. Jetzt heißt das derzeit 14 Personen umfassende Ensemble „Die Irrlichter“.

Unter dem Dach des neu gegründeten Vereins Kasseler Visionstheater trifft man sich im Dock 4 zum Proben. Vorsitzende Yvonne Schneider bringt dazu Thermoskannen mit Tee, Kekse und Bonbons mit, auf dem Fußboden des Probenraums startet der Abend mit einer kleinen Gesprächsrunde zum Kennenlernen und Ankommen.

Die Atmosphäre ist respektvoll und fröhlich, die Altersstruktur gemischt. Die Irrlichter sind Menschen mit und ohne Behinderung. „Wir wollten nicht eine Theatergruppe für Behinderte machen, sondern offen sein für alle“, sagt Yvonne Schneider, die Lehrerin an der August-Fricke-Schule ist und eine Ausbildung fürs Fach Darstellendes Spiel hat. Über die Anfrage, ob es für einen behinderten Schüler nicht irgendwo ein Theaterprojekt gäbe, kam sie auf die Idee, selbst etwas aus die Beine zu stellen.

Zusätzlich gibt es einen Unterstützerkreis, der sich für die „Irrlichter“ um Kostüme und das Technische kümmert.

Seit ein paar Monaten wird zusammen gespielt, geprobt, improvisiert, werden Szenen entwickelt zum Thema Träume. Die sollen Ende des Jahres auch in eine Aufführung münden.

Spielleiterin Nina Isang schaltet den Kassettenrekorder ein: warmmachen mit Musik. Auf Kommando müssen die Spieler in der Pose einfrieren, die kurz zuvor angesagt wird: albern, verliebt, wütend. Besonders beliebt: Die James-Bond-Haltung mit coolem Blick und gespielter Knarre im Anschlag. Die Stimmung wird immer gelöster, sogar die beiden Gäste im kleinen Probenraum zwischen den blauen Vorhängen fühlen sich wohl und trauen sich, mit herumzuhüpfen.

Erste Szenen stehen schon: Es geht darin unter anderem um Knieoperationen, Schützengrabenabenteuer und Roboterliebe im All. Als Traum - oder als Albtraum.

Von Bettina Fraschke

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