Agnes Mann erhielt den Preis der Kasseler Volksbühne

Spielen gegen die Angst

Preisträgerin: Agnes Mann lässt sich auf keine Rolle festlegen. „Wenn man jemand abgrundtief Böses spielt und das Publikum einen trotzdem liebt, ist das toll.“ Foto: Malmus

Kassel. Sie freut sich. Das ist es, was sie ihrem Publikum unbedingt sagen möchte. Die Staatstheater-Schauspielerin Agnes Mann hat den Preis der Kasseler Volksbühne 2011 überreicht bekommen. Zu verdanken hat die 30-Jährige das dem Theaterpublikum, das für sie gestimmt hatte.

Agnes Mann wollte nicht immer Schauspielerin werden: „Als Kind will man alles Mögliche werden - von der Rocksängerin bis zur Lehrerin.“ Das mit der Schauspielerei habe sich einfach ergeben. Mit 14 Jahren war sie neugierig auf den Arbeitsplatz ihrer Cousine geworden. Die machte ein Praktikum als Kostümbildnerin an einem freien Theater in Berlin-Friedrichshain. „Dieses Familiäre, die gemeinsame Arbeit“, das machte ihr Spaß, und sie vernachlässigte fortan die Schule.

Wenn Agnes Mann erzählt, dann tut sie das ruhig, schaut nach draußen, überlegt. „Ich bin schon oft unsicher oder ängstlich“, sagt sie. „Deshalb will ich das Umgekehrte machen und mich zeigen.“

Als ihre Mutter von Berlin ins ländliche Brandenburg zog, da hielt sie es nicht lange aus, ging mit 17 Jahren zurück nach Berlin und wohnte fortan in Wohngemeinschaften. Sie schauspielerte weiter, machte ihr Abitur und bekam sogar beim ersten Anlauf einen Platz an der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. Sie arbeitete einige Zeit in Köln und spielte auch eine Episodenrolle im „Tatort“.

Seit 2007 ist Agnes Mann am Kasseler Staatstheater engagiert und aktuell als Anna Werdenfels in Frank Wedekinds „Marquis von Keith“, als Titelheldin in „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller und als Sängerin in „Undine - a Night with the Elements“ zu sehen und zu hören. Auch ihr Freund Björn Bonn ist Schauspieler am Staatstheater.

Agnes Mann liebt es, in Rollen zu schlüpfen. Über sich selbst sagt sie: „Ich bin immer das Gegenteil: mal kraftvoll, mal unsicher. Es wird nicht langweilig.“

Von Dorothee Köppe

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