Das Heeresmusikkorps 2 gab im Kasseler Staatstheater ein umjubeltes Benefizkonzert für Behinderte

Heeresmusikkorps mit spielerischer Perfektion

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Toll musiziert für einen guten Zweck: Unter der Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka spielte das Heeresmusikkorps 2 im Kasseler Opernhaus ein Konzert mit einer großen stilistischen Bandbreite.

Kassel. „Radetzky-Marsch“, „Alte Kameraden“, das Deutschlandlied - so denkt man sich das Programm eines Militärmusikensembles.

Das in Kassel beheimatete Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr hat dies alles drauf, aber die drei Nummern gab es beim Benefizkonzert für das Kuratorium Aktion für Behinderte am Samstagabend im Opernhaus erst als Zugaben.

Denn das Blasorchester hat eine große Breite an Stücken und Stilen im Programm. Daraus gab es in dem ausverkauften und umjubelten Heimspiel einen vielfarbigen Querschnitt. Von amerikanischer Musik wie der Ouvertüre zu Bernsteins „Candide“ über Filmmusik wie „Mission Impossible“ oder vier Film-Duetten (gesungen von Anika Hanses und Thorsten Seifert), üppige Programmmusik („Bonaparte“ von Otto M. Schwarz) bis hin zu deutscher Folklore wie dem bekannten „Klarinetten-Muckl“ (in einer Version für Tuba, überaus brillant und amüsant gespielt von Patrick Blume).

Souvenirs aus Mexiko

Erst kürzlich war das Heeresmusikkorps auf Konzertreise in Mexiko. Von dort brachte es den mexikanischen Nationalmarsch „Zacatecas“ und ein Medley über Songs von Carlos Santana mit. Eine unangekündigte Einlage ganz ohne Bläser wurde zum Höhepunkt des Abends: Vier Schlagzeuger entlockten Barhockern mit unglaublicher Perfektion einen furiosen rhythmischen Wirbel.

Reinhard Kiauka führte durch das Programm. Er hat die musikalische Leitung vor zwei Jahren übernommen und die Qualität des Musikkorps halten und ausbauen können.

Was den Orchesterklang auszeichnet, sind neben sauberer Intonation und rhythmischer Präzision bis ins Kleinste - für die Kasseler Musiker nicht Ziel ihrer Arbeit, sondern Voraussetzung - ein hohes Maß an Transparenz und die Fähigkeit, jedes Stück so zu gestalten, dass sein Charakter durch kleine Justierungen in der Balance, durch stufenloses An- und Abschwellen herausmodelliert wird. Was bei den Zuhörern ankommt, ist eine Perfektion, die selbstverständlich wirkt und doch nur durch professionelle Bedingungen erreicht werden kann.

Von Johannes Mundry

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