Abschlusskonzert der Wilhelmshöher Schlosskonzerte mit Professoren aus Hannover

Spielfreude und Weltschmerz

Liedhaft: Volker Jacobsen (Bratsche) im Ballhaus. Foto:  Malmus

Kassel. Das Finale gehörte drei hochvirtuosen Professoren: Geiger Ulf Schneider, Bratschist Volker Jacobsen und Pianist Jan Philip Schulze, die an der Musikhochschule Hannover lehren, gestalteten mit einem vielschichtigen Programm den diesjährigen Abschluss der Wilhelmshöher Schlosskonzerte.

Dem Titel „Sei mir gegrüßt“ gemäß, der auf ein Lied Schuberts anspielte, funkelte das Liedhafte häufig durch. Das galt etwa für die einleitende, für ihre technischen Finessen bei Interpreten gefürchtete „Arpeggione“-Sonate Schuberts.

Volker Jacobsen präsentierte das gewöhnlich von Cellisten gespielte Werk für die rund 100 Zuhörer wie ein kleines Bratschenkonzert. Trotz starken Ausdrucks trat das Instrument mit seinem samtenen Ton jedoch nicht überall klar hervor.

Pianist Jan Philip Schulze begleitete auch das folgende Potpourri aus schwungvollen Ungarischen Tänzen und folkloristisch geprägten Liedern von Johannes Brahms sanft und flächig. Gelegentlich blitzten federnde Akzente hervor. Während die Streicher ihre Stimmen humorvoll aufteilten, beeindruckte der Pianist mit einem wunderbar raunenden „Albumblatt“.

In Schuberts anspruchsvoller C-Dur-Fantasie spannte Ulf Schneider mit solistischem Ton über dem Klavier-Klangteppich weite Melodiebögen. Anschließend arbeiteten er und Schulze sich gekonnt an vorbeirauschenden Notenketten ab.

Das vorgeschriebene Horn in Brahms’ Trio op. 40 ersetzten die Musiker schließlich durch die Bratsche, was leider aus dem Stück in vielen Momenten eher eine Violinsonate mit obligater Viola machte. Dennoch geriet die Interpretation gerade im elegischen dritten Satz überaus packend und bildete so zur Spielfreude des ersten Programmteils einen romantisch-drängenden Gegenpol.

Von Felix Werthschulte

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