Aktuelle Gesellschaftsprobleme und zeitlos gültige Lebensfragen

Kasseler Staatstheater stellt Spielzeit 2017/2018 vor: Spitzenwerke und Entdeckungen

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Das künstlerische Team des Staatstheaters bei der Vorstellung des neuen Spielplans: Thomas Hof (von links) und Philipp Rosendahl (beide Junges Staatstheater), Markus Dietz (Oberspielleiter Schauspiel), Johannes Wieland (Tanzdirektor), Insa Pijanka (Orchesterdirektorin), Michael Volk (Chefdramaturg Schauspiel), Thomas Bockelmann, (Intendant) Francesco Angelico (Generalmusikdirektor), Ursula Benzing (Operndirektorin) und Sabine Wendenburg (künstlerisches Betriebsbüro).

Kassel. Einige Spitzenwerke der Bühnenkunst stehen auf dem Spielplan der neuen Saison am Staatstheater Kassel.

Am Dienstag stellten Intendant Thomas Bockelmann und Team im Opernfoyer das Programm für 2017/18 vor.

Musiktheater

Pünktlich zur Eröffnung der Saison im Musiktheater steht der neue Generalmusikdirektor Francesco Angelico am Pult und leitet die Premiere von Umberto Giordanos „Andrea Chenier“, „eines der gelungensten Stücke des Verismo“, erläuterte er. Jörg Halubek dirigiert Mozarts „Lucio Silla“, die das Salzburger Genie mit 16 schrieb. Das deutsche Singspiel „Die lustigen Weiber von Windsor“ steht für heitere Stimmung. Damit verabschiedet sich Anja Bihlmaier als Erste Kapellmeisterin aus Kassel. Angelico ist nochmals zu erleben als Dirigent von Leosˇ Janácˇeks tragischer „Jenufa“, „eines der größten Meisterwerke in der Musikgeschichte“, wie er sagt. John Blows Barockoper „Venus and Adonis“ wird in Kooperation mit den Kasseler Musiktagen konzertant aufgeführt.

Schauspiel

Viele Themen im Schauspiel sind aktueller denn je, etwa „Am Boden“, der Monolog einer Kampfjet- und Drohnenpilotin von George Brant. Heinrich von Kleists Drama „Prinz Friedrich von Homburg“ beleuchtet die Frage, ob man selbst will, dass das geltende Recht auch dann angewendet werden soll, wenn man persönlich einen Schaden davon hat.

Tankred Dorsts Mammutwerk „Merlin oder das wüste Land“ mit der schwierigen Zusammenarbeit der Ritter in der Tafelrunde lasse sich im Hinblick auf die aktuelle Situation Europas lesen, so Chefdramaturg Michael Volk. Das viel diskutierte „Unterwerfung“ nach dem Roman von Michel Houellebecq entwirft das Szenario eines islamisierten Europas.

Zum Auftakt wird es mit „Heisenberg“ von Simon Stephens aber heiter. „Gute Energien“ bescheinigt der Intendant dem von ihm selbst in Szene gesetzten Drama, das von der Beziehung ungleich alter Partner erzählt, gespielt von Jürgen Wink und Christina Weiser.

Tanztheater

Die rasante Veränderung der Welt und der Wahn der körperlichen Selbstoptimierung sind die Themen der beiden Tanzabende, die Tanzdirektor Johannes Wieland mit Gastchoreografen plant. Er wird unter anderem mit der israelischstämmigen Choreografin Jasmin Vardimon zusammenarbeiten. Nicht nur in diesen Tanztheater-Stücken werden die Tänzer des Ensembles mitwirken. „West Side Story ohne Tänzer, das geht nicht“, betonte Bockelmann. Das Ensemble werde stabil bleiben, so Wieland. „Das spricht für uns“, sagte Thorsten Teubl, stellvertretender Leiter des Tanztheaters.

Und: Durch die Wiederaufnahme des Stücks „You will be removed“ von Wieland (ab Oktober), werden die Besucher bis zu den Premieren nicht lange auf Tanz verzichten müssen.

Junges Staatstheater

Zungenbrecherisch wird es beim Jungen Staatstheater mit dem Weihnachtsmärchen im Opernhaus: Auf dem Spielplan steht Michael Endes „Der satanarchäolügenalkohöllische Wunschpunsch“, der von Philipp Rosendahl inszeniert wird. An Teenager richtet sich Goethes Briefroman-Dramatisierung „Die Leiden des jungen Werthers“. Motto der Saison mit vielen theaterpädagogischen Angeboten: „Die Welt steht kopf“, so Philipp Rosendahl und Thomas Hof.

Abschiede

In den Ensembles des Staatstheaters herrscht zum Spielzeitwechsel große Kontinuität. Aus dem Opernensemble verlässt lediglich der Tenor Paulo Paolillo das Haus, aus dem Schauspielensemble hat sich Sabrina Ceesay bereits verabschiedet. Im Tanzensemble gibt es nach bisherigem Stand keine Wechsel. Die neuen Ensemblemitglieder stellen wir zum Spielzeitbeginn vor.

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