„Klang und Groove“: Fünf Musiker fanden sich im Dock 4 zum Improvisieren zusammen

Spontane Soundkreationen

Lautmalerei der ungewöhnlichen Sorte: Flötist Robert Dick beim Auftritt im Dock 4. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Wenn fünf für ihre Kreativität bekannte Musiker zusammenkommen, um ein Konzert zu geben, bei dem die Improvisation im Mittelpunkt steht, darf man gespannt sein. Wenn sie Robert Dick (Querflöte), Detlef Landeck (Posaune), Ursel Schlicht (Piano), Christian Ramond (Kontrabass) und Klaus Kugel (Schlagzeug) heißen, umso mehr. „Zum ersten Mal ist diese Quintettformation zusammen“, begrüßte Ursel Schlicht das Publikum bei „Klang und Groove“. Knapp 30 Interessierte waren am Dienstag ins Dock 4 gekommen.

Improvisation ist für jeden Musiker ein besonderes Erlebnis: Sich mal von der Leine lassen, inspiriert sein vom Augenblick, einfühlsam auf Mitspieler reagieren. Neue Soundpaletten, innovative Klänge können entstehen.

Und wie klang es bei diesem Quintett? Auf jeden Fall enorm facettenreich. Viele Tempo- und Stimmungswechsel. Lautmalereien - mal fast meditativ sanft, mal von aufwühlender progressiver Dynamik. An Freejazz denkt man dabei oder an Abstraktionen und Fragmente, die Trickfilme und Träume untermalen könnten. Es war enorm, was die Musiker aus ihren Instrumenten rausholten. Enorm auch deswegen, weil man so manche Lautmalerei normalerweise gar nicht ihrem Instrument zuordnen würde. Besonders für Posaunist Landeck und Querflötist Dick, die ihre Seele in ihre Instrumente schwitzten, gilt das. Sehr sensibel waren auch die Atmosphäre schaffenden, warmen Grundierungen von Kontrabassist Ramond, die Geräuschkulissen von Ursel Schlicht und die sanften Klangbilder, die Schlagzeuger Klaus Kugel aus seinen Becken streichelte. Auch ein Intermezzo mit Notenblatt gab es: den Klassiker „Get So Lonely“ in einer Bearbeitung von Tom Dorsey. Spannende Kreationen, bizarre Soundgemälde, wenngleich die Leichtigkeit des musikalischen Seins, also aufhellende Stimmungsbilder, ein wenig fehlte. Dem verdienten Applaus folgte eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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