Sprach- und andere Fehler

Komiker Paul Panzer in war der Stadthalle Kassel zu Gast

Das Blümchenhemd als Markenzeichen: Paul Panzer trat an zwei Abenden in der Stadthalle Kassel auf. Foto: Fischer

Kassel. Wie erwartet im Blümchenhemd und unsortiert, als wäre er gerade aus dem Bett gefallen, betritt er die Bühne und begrüßt das Publikum mit dem für ihn typischen Sprachfehler.

„Halloo, Kazzel!“ Paul Panzer, die Bühnenfigur des Stand-Up-Comedians Dieter Tappert gab sich mal wieder die Ehre – und zum Besten, wie es seiner Ansicht nach um unsere Gesellschaft steht: „Die Invasion der Verrückten“ heißt sein neues Programm.

Die Stadthalle war zweimal, am Samstag und am Sonntag, bestens gefüllt. Für Panzer gehören wir alle zu den Invasoren. Vom Säugling, der „trotz „Laktozze-Intoleranz zum Milchtrinken gezwungen wird“, über die „Puberzzitierenden“ bis zu den Rentnern, deren auffälligste Vertreter er in Arztpraxen ausmacht, und zwar als „Doc-Hopper“ – eine Art Seniorensport, bei dem der gewinnt, der in einer Woche die meisten Ärzte aufgesucht hat.

Auch Familienmitglieder verschont er nicht und schimpft über seine Frau Hilde, die auf alles, was ihn mächtig aufregt, mit stoischer Ruhe und Floskeln wie „Na guck dir das mal an“ reagiert – selbst wenn er grade in einen dicken Nagel getreten ist oder der Nachbarshund in der Kehrmaschine der städtischen Müllabfuhr verschwindet. „Wir haben doch alle einen kleinen Dachschaden“, bilanziert er frühzeitig, schickt aber fast liebevoll hinterher: „Wir sind einfach unterschiedliche Typen. Das müssen wir endlich akzeptieren und miteinander reden! Falls wir das nicht tun, drohen Phobien und Neurozzen.“

Er fordert auf, sich öffentlich zu bekennen. Zum Beispiel zur Arachnophobie, der Angst vor Spinnen oder der Anatidaephobie, der Angst, von Enten beobachtet zu werden: „Wer hat Angst davor? Flozzen hoch.“ Wie Panzer sich seine Theorien zurechtsägt und wie er als bornierter Kleinbürger und Besserwisser die Pointen setzt, ist ein Fest für die Lachmuskeln. Auch das Leben nach dem Tod beschäftigt ihn: „Wir kommen wieder. Die gut gelebt haben als Tier, die anderen als Bettmilben oder als Silberfische im Bahnhofsklo.“ Riesenapplaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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