Reihe „3 durch 3“: Im Kunsttempel stellten sich die Sprachkünstler Dalibor Markovic, Rosalie Hirs und Patrick Henri Burgaud vor

Sprache klingen lassen, sehen und kommentieren

Drei vereint: (von links) Dalibor Markovic, Rosalie Hirs und Patrick Henri Burgaud. Foto: Ammermüller

Kassel. Der Kunsttempel hat mit der Reihe „3 durch 3“ ein Forum begründet, in welchem renommierte Sprachkünstler aus unterschiedlichen Ländern ihre Arbeiten vorstellen. Mit der niederländischen Dichterin und Komponistin Rosalie Hirs, dem französischen Sprachkünstler Patrick Henri Burgaud und dem deutschen „Spoken-Word-Poeten“ Dalibor Markovic brachte die Reihe jetzt drei angesehene Künstler zusammen, die deutlich machten, wie unterschiedlich ihr Genre sein kann.

Rosalie Hirs, 1965 geboren in Gouda, verbindet in ihren Arbeiten Klang und Sprache auf der physikalischen Ebene von Klangwirkung und Empfindung. Mit Ausschnitten aus ihrer 2010 erschienenen CD „Pulsars“, macht sie das räumliche Hören bewusst. Die Inszenierung wird mittels einer Audio-Zuspielung über Lautsprecher rechts und links ergänzt, während das live gesprochene Wort aus der Mitte wahrgenommen wird. Ähnliche Effekte stellte Rosalie Hirs visuell am Computer mittels Familien-Stammbäumen („Familiy Tree“) her. Einzelne Personen treten hervor, doch durch die Bewegung der Maus werden Zusammenhänge wieder verwischt.

Auch Patrick Henri Burgaud, 1947 in La Possonière geboren, integriert seit 1996 die Computertechnologie in seine Arbeiten. Anhand seiner Arbeit zu dem Baudelaire-Gedicht „L’Albatross“ (Der Albatross) zeigte der Künstler, wie Videosequenzen die Poesie beeinflussen können.

Dalibor Markovic als der dritter im Bunde an diesem Abend ging mit seiner performativ ausgerichteten Wortkunst direkt das Publikum an. Dieses schwankte zwischen dem Gefühl nicht ernst genommen zu werden und der grenzenlosen Begeisterung ob der brillanten Sprachakrobatik. Dem 1975 in Frankfurt geborenen Künstler geht es bei Video, Film und bildender Kunst nicht nur um die Frage, wie stellt man das dar, sondern wie finanziert man das? Eine gekonnte Mischung aus Parodie und Offenherzigkeit, zwischen Poesie und Mitteilung.

Von Kirsten Ammermüller

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