Mit der Sprache der Musik einen: Jocelyn B. Smith im Theaterstübchen

Voller Kraft: Jocelyn B. Smith war mit ihrer Band im Theaterstübchen zu Gast. Foto: Yüce

Kassel. Manchmal will man viel – und noch ein bisschen mehr. Das wollte auch Jocelyn B. Smith am Donnerstagabend im ausverkauften Theaterstübchen: Singen, mit ihrer Stimme bewegen, den Publikumschor leiten, sich mitteilen, integrieren und die Welt ein kleines Stück besser machen.

Die Sängerin hatte keinen geringeren Anspruch als diesen und sie packte all das in ihr Programm.

Durch ihre glaubwürdige, feinfühlige und sympathische Art gelang ihr trotz dieser Mischung etwas, was nicht viele Künstler vermocht hätten: ein tolles, mitreißendes, berührendes und ehrliches Konzert. Eines, dass gerade deshalb so gelungen war, weil die Soul-Sängerin so viel wollte. Weil es eben nie genug sein kann, wenn man etwas Gutes anstoßen und bewirken will. Vor allem dann nicht, wenn man so ein unglaubliches Gefühl in der Stimme hat und die Menschen damit mitten ins Herz trifft.

„Wenn wir das wir vergessen, haben wir keine Chance“, sagte sie gleich zu Beginn. Sprach von einer Welt der gerissenen Herzen und von der Sprache der Musik, die zu einen vermag. Und dann legte sie mit ihrer Band los. „The Most Honest Song I Wrote“ – die Sängerin am Klavier und mit großer Leidenschaft. Eine Stimme, die durch und durch geht. Eine Band, die absolut mit ihr harmonierte. Ein Publikum, das nicht nur konsumierte, sondern ein Teil des Konzertes wurde. „Ganz einfach mitsingen“, forderte Smith auf. Erst zögerlich, dann immer kräftiger klang unter ihrer Anleitung der Chor der Zuschauer. Bald schon tanzten die, die eben noch saßen.

Seit 30 Jahren lebt die Sängerin in Berlin und ist fester Bestandteil der deutschen Musikszene. Sie hat sich nicht weniger vorgenommen, als die Menschen mit Musik zum Leuchten zu bringen. Zweifel zu zerstören. In Kassel gelang ihr das nicht nur mit ihrem Jazz-Funk-Soul-Feuer. Sondern auch durch den Blick, den sie auf sich freigab. Auf eine Frau, die sich einsetzt, nicht müde wird, sich starkzumachen. Für Flüchtlinge, für Menschen. Auch das ging tief rein und wurde nicht zu viel.

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