Neu im Kino: „Was will ich mehr“ von „Brot und Tulpen“-Regisseur Soldini

Die Sprengkraft einer Affäre

Moment des Glücks: Domenico (Pierfrancesco Favino) und Anna (Alba Rohrwacher) haben keine Zukunft. Foto:  Verleih/ nh

Wenn Domenico (Pierfrancesco Favino) am Mittwochabend nach Hause kommt, schleicht er sich ins Bad und feuchtet den Taucheranzug an. Seine Frau darf keinesfalls merken, dass er nicht zum Training, sondern in einem Stundenhotel war. Bei einer Bürofeier hat er die ebenfalls verheiratete Anna (Alba Rohrwacher) kennen gelernt. Es sind zwei konträre soziale Welten, die in der Affäre zwischen dem süditalienischen Kellner und der Versicherungsangestellten aufeinandertreffen.

Annas finanzielle Unabhängigkeit macht ihr die Entscheidung zwischen Mann und Geliebtem nicht leichter. Aber für den verschuldeten Domenico wiegt der Verrat an Frau und Kind schwer. Anders als in „Brot und Tulpen“, in dem Silvio Soldini den außerehelichen Flirt als romantisches Heilmittel gegen die Midlife-Crisis empfohlen hat, zeigt er in seinem neuen Film „Was will ich mehr“ die Zerstörungskräfte einer Affäre. Besonders gelungen ist hier die Verbindung von sozialer und emotionaler Genauigkeit. Der Film geht ohne Romantisierung dem Widerspruch zwischen Leidenschaft und Alltag auf den Grund.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!!:

Von Martin Schwickert

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