Auf den Spuren von Milky Chance: Die tolle Band Kytes

Für die Kytes geht es steil bergauf: Die Münchner Musiker Timothy Lush (von links), Kerim Öke, Michael Spieler und Thomas Sedlacek an einer Steilküste in Südengland. Foto: nh

Kassel. Offiziell gibt es die Kytes erst seit Mai, und schon wird die Münchner Band als das nächste große Ding gehandelt. Ihr Electro-Indiepop erscheint nun beim Kasseler Label von Milky Chance.

Als die Münchner Band Kytes vor einigen Tagen in Stuttgart ein umjubeltes Konzert gab, fragte sich Schlagzeuger Timothy Lush: „Woher kennen die unsere Songs?“ Das erste Mini-Album veröffentlicht das Quartett erst nächste Woche beim Kasseler Label Lichtdicht Music, die zur Plattenfirma des Pop-Duos Milky Chance gehört. Und trotzdem sangen die Fans jede Zeile von „On The Run“ und „Inner City“ mit.

Es ist daher kein Wunder, dass die Kytes überall als Band der Stunde gefeiert werden. Dabei gibt es sie offiziell erst seit Mai diesen Jahres. In Wirklichkeit machen Lush, Sänger und Gitarrist Michael Spieler, Gitarrist Kerim Öke (alle 23) sowie Bassist Thomas Sedlacek (27) schon viel länger gemeinsam Musik. Die drei Jüngeren gründeten bereits als 16-Jährige am Theodolinden-Gymnasium im Stadtteil Harlaching die Schülerband Blind Freddy.

Die Musik klang damals noch nach zackigem Gitarrenrock. Irgendwann waren die Musiker genervt von ihrem Bandnamen. „Jeder wollte wissen, wer von uns der Blinde ist“, sagt Lush. Darum wagten sie als Kytes und mit einem anderen Sound den Neustart.

Die fünf tollen Songs der EP „Down The Run“ verbinden Indiepop, wie ihn die französische Band Phoenix spielt, mit Elektronik und Samples sowie eingängigen Melodien, die man schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

So ähnlich muss es auch Philipp Herder vom Milky-Chance-Label Lichtdicht ergangen sein. Ihn kannten die Kytes, weil er als DJ im Münchner Atomic Café auflegte. Sie schrieben ihn auf Facebook an, wenig später stand er bei ihnen im Proberaum, und nun sind sie bei der Kasseler Plattenfirma unter Vertrag.

„Bei Lichtdicht kümmern sie sich gut um uns. Es geht nicht nur um Zahlen“, sagt Lush, der gerade eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien beim Branchenriesen Sony abgeschlossen hat. Für die Tour hat sich Bassist Sedlacek sechs Wochen unbezahlten Urlaub genommen. Auch die anderen machen im Beruf und an der Uni erst mal Pause.

Die Kytes wissen noch nicht, wie groß das alles wird mit ihnen. Milky Chance sind für sie ein Vorbild, weil es „trotz Megahit einen organischen Aufbau“ gab, wie Lush beobachtet hat. International haben die Kytes übrigens schon einen Erfolg vorzuweisen. Verwandte des Deutsch-Australiers Lush reichten „Inner Cinema“ für den Song Contest der Uni in Canberra ein, der prompt den Hauptpreis und 10.000 australische Dollar (6700 Euro) gewann.

Die Kytes live: Donnerstag, 19. 11., 20.30 Uhr, Goldgrube Kassel, Eisenschmiede 85. Einen Tag später erscheint die EP „On The Run“ (Lichtdicht Music).

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