Spurensuche mit vier Saxofonen

Kassel. Unter die Überschrift „Spurensuche“ stellt das Kasseler Saxofonquartett seine musikalische Zeitreise, die vom Mittelalter bis in die Moderne reicht.

Klingt ansprechend, umso mehr, weil diese Reise Rolf Rasch (Sopransaxofon und für die meisten Arrangements zuständig), Matthias Wittekind (Tenorsaxofon und Moderation), Michael Koch (Baritonsaxofon) und Peter Zingrebe (Altsaxofon) auch in Jahrhunderte führt, in denen es ihr bevorzugtes Instrument, das Saxofon, noch gar nicht gab. Um 1850 soll es zur Welt gekommen sein - und das nicht mal geplant.

„Eigentlich sollte der Klang der Klarinette veredelt werden“, erklärte Matthias Wittekind am Samstag den 80 Besuchern in der Klosterkirche Nordshausen. „Daraus entstand das Saxofon.“ Und wie klingt es, wenn ein Instrument, das für den Jazz geboren zu sein scheint, in vierfacher Ausfertigung Werke wie „Adoramus te“ von Orlando di Lasso oder „Präludium und Fuge“ von J. S. Bach erklingen lässt? Großartig! Die Augen geschlossen, die Akustik in der gotischen Kirche als besonderer Klangeffekt hinzugenommen, und man konnte es kaum glauben, dass hier Saxofone am Werk sind: Präzise und klangvoll, bestens aufeinander abgestimmt und spieltechnisch anspruchsvoll. Wer Saxofon sagt, muss auch Jazz sagen. So ging es im Programm von Bach zu C. Debussy bis zu L. Bernsteins „Somewhere“ aus der „West Side Story“. Langer Schlussapplaus für die Kasseler Spurensucher.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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