Steter Zuwachs seit der Spielzeit 2003/04 - Entwicklung widerlegt Trend der Abo-Müdigkeit

Staatstheater hat jetzt 10.099 Abonnenten

Glücklich über den zehntausendsten Abonnenten: Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann (links) und die Leiterin des Besucherservice, Silvia Hahlheger, mit Dr. Wolfgang Wiese. Foto:  Fischer

Kassel. Erstmals seit mehr als 20 Jahren hat das Staatstheater Kassel mehr als 10.000 Abonnenten. Am Donnerstag begrüßte Intendant Thomas Bockelmann als 10 000. Abonnenten Dr. Wolfgang Wiese (69). Der Kasseler Arzt und seine Frau Ursula besitzen zwar selbst schon seit 1990 ein Theaterabo.

Das jetzt neu erstandene Abo des Jugendtheaterrings zwei hat das Paar dem Kasseler Frauenhaus gespendet. Fünf Vorstellungen von der „Zauberflöte“ über „Hexenjagd“, „Invasion!“, „Das letzte Feuer“ bis zu „A.I.D.A. Activation“ kann eine Bewohnerin damit in der laufenden Spielzeit besuchen.

Noch vor Kurzem stand der Abo-Zähler am Haus auf 9980. Als diese Zahl bei der Jahreshauptversammlung der Fördergesellschaft Staatstheater bekannt gegeben wurde, war der Ehrgeiz entfacht: „Die 10 000 schaffen wir!“, hatte der Vorsitzende, Hans-Dieter Müller, ausgegeben. Und mittlerweile wurde die runde Zahl deutlich gerissen. Stand gestern sind jetzt 10 099 Menschen aus der Region Abonnenten des Staatstheaters. Bockelmann würdigte auch die Arbeit der Leiterin des Besucherservice, Silvia Hahlheger: „Sie pflegt unsere Abonnenten, sodass sie bei der Stange bleiben.“

Das letzte Mal schrammte das Staatstheater in der Spielzeit 1990/91 an der 10 000er-Marke: 9926 Abonnenten besuchten die Vorstellungen der letzten Spielzeit von Intendant Manfred Beilharz.

Der erste Tiefpunkt war im Jahr 1994 erreicht, als sich nur noch 4685 Theaterfans durch ein Abo binden wollten. 5808 Abonnenten hatte das Theater in der Spielzeit 2003/04, der letzten von Christoph Nix. Mit der Intendanz von Thomas Bockelmann gingen die Zahlen stetig nach oben, auch in den Jahren, als das Theater wegen Sanierung geschlossen war und in Ausweichspielstätten gespielt wurde.

Die Abonnentenentwicklung dokumentiert zum einen eine breite Akzeptanz der künstlerischen Arbeit am Haus. Zum anderen widerlegen die Kasseler Zahlen aber auch die verbreitete Meinung, das Publikum wolle sich immer weniger festlegen und entscheide sich meist nur noch spontan zu Theaterbesuchen.

Von Werner Fritsch

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