Ständchen für Literaturpreisträger Wolf Haas

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Kassel. Mit seinen Brenner-Krimis hat sich Wolf Haas ein Millionenpublikum erschrieben. Nun erhielt der Wiener den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor - und ein Ständchen von seinen Fans.

Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas hat sich gleich dreifach für den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor bedankt. Einmal für die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die der Erfinder der Brenner-Krimis am Samstag im Rathaus entgegennahm. Dann für die Tatsache, dass er während der Verleihung immer als Doktor vorgestellt wurde. Auch Kritiker würden stets seine Promotion als Linguist hervorheben, weil in seinen Büchern “so viele Grammatikfehler” seien. Und schließlich bedankte sich der 55-Jährige auch beim Kasseler Chor Provocale, der ihm ein ganzes besonderes Ständchen gehalten hatte: ein von Leiterin Martje Grandis geschriebenes Stück, dessen Text unter anderem aus den Romantiteln des Wiener Autors bestand.

“So etwas habe ich noch nie erlebt”, sagte Haas hinterher, nachdem er sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen und aus seinem ersten Roman “Auferstehung der Toten” gelesen hatte. Sehr zur Freude der Besucher im voll besetzten Stadtverordnetensaal, denn Haas paart “grandiosen Blödsinn mit höchster Erkenntnis” wie der Berliner Literaturvermittler Thomas Böhm in seiner Laudatio feststellte.

Viel Lob gab es auch für Kirsten Fuchs, die den mit 3000 Euro dotierten Förderpreis Komische Literatur erhielt - als zweiter Star der Berliner Lesebühnenszene nach Jochen Schmidt, der 2004 erster Preisträger war. Die Texte der ausgebildeten Tischlerin, die sich “Schreinerin der Herzen” nennt, sind mehr “Pippi Langstrumpf als Bridget Jones”, sagte ihr Verleger Sebastian Wolter. Auf jeden Fall sind ihre Geschichten sehr komisch, wie die 38-Jährige mit dem Text “Interessant einkaufen” bewies. So kurzweilig und lustig war die von Friedrich Block von der Stiftung Brückner-Kühner moderierte Verleihung des Kasseler Literaturpreises selten.

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