Patrik Ringborg dirigierte beim Kasseler Sinfoniekonzert französische Werke

Ständig in Bewegung

Überzeugte als Solistin: Sopranistin Nicole Chevalier. Foto: Ketz/ nh

KASSEL. Da kam zusammen, was zusammengehört. Salopp könnte man so das jüngste Kasseler Sinfoniekonzert zusammenfassen. Französische Werke aus den Jahren 1886 bis 1903 standen in der Stadthalle auf dem Programm, eine Musik, die einen exquisiten Klangrausch verheißt.

Kassels schwedischer Generalmusikdirektor Patrik Ringborg hat dazu wohl eine besondere Affinität. Denn er erwies sich schon oft als feinsinniger Gestalter der musikalischen Farben und Nuancen, der Schattierungen und der Atmosphäre. So auch diesmal - unterstützt durch die hohe Klangkultur des Staatsorchesters Kassel.

Wellenförmig schlängelnd

Als gewichtiges Werk gab es in der zweiten Hälfte César Francks Sinfonie d-moll, der die Konzertführer nicht zu Unrecht eine Tendenz zu mäandernden Verläufen zuschreiben. Mit einer Dirigiergestik, der man dies ebenfalls zubilligen kann, verstärkte Ringborg das wellenförmig Schlängelnde der Komposition. Ständig in Bewegung und auch mal mit zitterndem Dirigierstab, kostete er Stimmungen aus, versah Übergänge mit zärtlichen Entschleunigungen. Dramatik, Tempo und eine zielgerichtete Energie, mit denen „geradlinige“ Dirigenten das Werk schärfen, waren da weniger anzutreffen.

Das Konzert begann düster mit Albert Roussels reizvoll unstetem sinfonischem Präludium „Résurrection“, worauf ein weiteres Frühwerk folgte: Claude Debussys Poème lyrique „La Damoiselle Élue“.

Der Damenchor und der Damen-Extrachor des Staatstheaters fielen dabei zumindest bei ihren ersten Einsätzen etwas gegen die Transparenz des Orchesters ab.

Das schwelgerische Musikgedicht brachte für die 1050 Zuhörer in der Stadthalle ein Wiederhören mit den früher in Kassel, nun in Hannover engagierten Sängerinnen Monika Walerowicz (Mezzosopran) und Nicole Chevalier (Sopran).

Direkt, ein wenig veristisch klang die Mezzopartie. Delikat, auch mit üppigen Farben in der tiefen Lage, und mit weiten dynamischen Bögen kam der dankbarere Sopranpart daher. Langer Beifall.

Von Georg Pepl

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