EBM-Festival in der Kulturfabrik Salzmann

Stampfende Beats

Verwandelten die Kulturfabrik mit wuchtiger Musik in eine Sauna: Vigo und Thoralf von „Jäger 90“ aus Rostock. Foto: Socher

Kassel. Ein Szenario wie in einem Indiana-Jones-Film: eine dunkle Halle, matt schimmernde Scheinwerfer, die aufsteigende Nebelschwaden in rotes oder grünes Licht tauchen. Zu einer verzerrten Gesangsstimme, die, begleitet von elektronischen Taktschlägen, parolen-ähnliche Botschaften in den Raum schreit, tanzen sich schwarz gekleidete Gestalten in einen Rausch.

Es sind Anhänger der EBM-Szene, die am Samstag das „Ungehörsam, Old-School-EBM-Festival“ in der Kulturfabrik Salzmann besuchten. EBM steht für „Elektronic Body Music“, eine Musik, in der repetitive Sequenzerläufe, tanzbetonte Rhythmen mit einer Art Rufgesang verschmelzen. Das optische Erkennungszeichen der Anhänger: Schnürstiefel, Muskel-T-Shirts, Lederhosen und Flattop (Brikett-Haarschnitt).

„Oek Junior“ aus Koblenz machten mit ihrem „Minimalwave“ den Auftakt. Eine gut tanzbare Mischung aus Wave und Pop präsentierten die beiden Musiker. Wesentlich wuchtiger und fordernder kam die Musik von „Jäger 90“, die sich aus analogen Sequenzern speist, daher. „Ich will so sein wie du. Der Größte, der Schönste, der Stärkste. Ich will so sein wie du“, brüllte Thoralf, während sein Begleiter Vigo auf zwei Becken einschlug. Zum Abschluss gegen Mitternacht heizten die schwedischen EBM-Musiker „Sturm Cafe“ ein. Etwa 100 EBM-Fans tanzten und schwitzten dazu bei Saunatemperaturen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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