Stampfender Rock aus Kassel: Die Band Iron Buffalo

Bislang drehte Christoph Steinau Filme und sang in Musicals, nun macht er mit Iron Buffalo auch Rock. Die Mitglieder seiner Band sind in der Kasseler Szene genauso bekannt wie er.

Musical-Fans, die Christoph Steinau aus dem Theater im Centrum kennen, werden den Sänger bei Iron Buffalo nicht wiedererkennen. Im Tic steht der Kasseler für Produktionen wie „Cinderella“ auf der Bühne und singt Schlager von Heinz Rühmann wie derzeit in „Die Drei von der Tankstelle“. Mit seiner Band Iron Buffalo, die gerade ihr Debütalbum veröffentlicht hat, macht Steinau jedoch bluesigen und psychedelischen Alternative-Rock.

„Ich bin ein Universaldilettant und kann alles ein bisschen“, sagt der 40-Jährige. Das ist gekonnt untertrieben. Eigentlich ist der gebürtige Cuxhavener Filmemacher. Er hat an der Kasseler Kunsthochschule studiert und 2002 beim Dokfest für den Film „Kommt alles anders“ den Goldenen Herkules gewonnen. In seinem Atelier in der Nachrichtenmeisterei arbeitet er unter anderem an Kinowerbespots.

Und nun ist Steinau nicht mehr nur Musical-Sänger, sondern auch Frontmann einer Rockband, deren Mitglieder in der Kasseler Szene ebenso bekannt sind. Bassist Sven Grau ist Musiklehrer und im Schlachthof für das Konzertprogramm verantwortlich. Gitarrist Florian Pieper spielt sonst Schlagzeug bei den Kasseler Hardcore-Legenden Ryker’s, und Gitarrist Jan Hampicke ist die eine Hälfte des Singer-Songwriter-Duos Wuthe und Faust. Auch der zweite Schlagzeuger Jonas Giger trommelt in etlichen Bands.

Als sie im Oktober 2011 zum ersten Mal in einem Göttinger Studio saßen, wollten sie eigentlich noch harten Stoner-Rock machen. Die neun Songs auf „The Shaman“ klingen nun immer noch rau, aber auch viel eingängiger. Die tolle Ballade „Urban Blue“ etwa erinnert an „Under The Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers.

In den Texten geht es um „Liebe, Krieg und den Verlust von Spiritualität“, wie Steinau sagt: „Ich frage mich, wo eigentlich das Spirituelle in unserer urbanen, schnellen Welt ist.“ Auch dazu passt der Bandname vom eisernen Büffel, der ursprünglich den stampfigen Stoner-Rock betonen sollte.

Natürlich hat Filmemacher Steinau auch Videos von seiner Band gedreht. Darin spielen sich die Musiker die Seele aus dem Leib, sodass man sie zusammen gern live erleben würde. Auftritte gibt es vorerst aber nicht. Iron Buffalo ist mehr Projekt als Band. Alle Mitglieder sind mit anderen Tätigkeiten ausgelastet. Musik macht man ja nicht mal so nebenbei. Steinau hat festgestellt: „Einen Song zu schreiben, ist genauso schwierig, wie ein Drehbuch zu verfassen. Man kann genauso verrückt werden.“

„The Shaman“ gibt es als Download bei Portalen wie iTunes und Amazon sowie unter www.iron-buffalo.com

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