Star auf Youtube: Kinga Glyk mit Fusionjazz in Kassel

+
Kinga Glyk

Kassel. Anschnallen und Staunen lautete das Motto am Sonntagabend im Theaterstübchen. Das 19-jährige polnische Bassisten-Wunderkind Kinga Glyk sprintete mit Präzision so locker durch ein  Fusionjazz-Programm, dass sich mancher Gast die Augen rieb.

Abgezockt wie ein alter Hase bezwang sie mit Papa Irek am Schlagzeug und dem Pianisten Piotr Matusik einen musikalischen Achttausender nach dem anderen und erinnerte mit ihrer ausgereiften Spieltechnik an die Heroen der antiken Fusion-Ära. Gemeint sind Schnelligkeits-Matadoren wie Stanley Clarke und Jaco Pastorius, die in den 19er- und 19er-Jahren Erfolge feierten.

Doch Kinga Glyk ist ganz Kind moderner Zeiten. Sie hat eine halbe Million Klicks auf ihren Youtube-Videos und ihre Website ist perfekt durchgestylt. Sie beherrscht dezentes Entertainment, besitzt ein gutes Timing für Animation und sieht fantastisch aus. Manchmal posiert sie wie Suzie Quatro, doch im Klang und Sound ähnelt sie ihrem amerikanischem Pendant Tal Wilkenfeld (Herbie Hanckock).

Zwei altmodische Viersaiter reichen ihr aus, um mit dem grandiosen Piotr Matusik am Piano und Synthesizer in der Königsdisziplin musikalisches Synchronspringen den Absprung und die virtuosen Drehungen inklusive Eintauchphase perfekt zu gestalten.

Mit „All The Things You Are“ gab es nur eine kleine, aber stark auffrisierte Verbeugung vor der Tradition. Ein hervorragender Sound sorgte für Druck ohne Tinnitus und der Spaß am Geschehen war allen Beteiligten anzusehen. So gab es großen Applaus und mehrere Zugaben und die Erkenntnis, dass Jazz noch lange nicht beerdigt werden muss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.