Als Erster Kapellmeister löst er Marco Comin ab

Stardirigent Gamzou kommt nach Kassel

Arbeiten künftig zusammen: Generalmusikdirektor Patrik Ringborg (links) und Yoel Gamzou als Erster Kapellmeister. Foto: Fritsch

Kassel. Es hat etwas von einem Coup: Der 25-jährige Yoel Gamzou, in vielen Medien als Dirigentenwunder gepriesen, wird sich ab der kommenden Spielzeit als Erster Kapellmeister ans Kasseler Staatstheater binden. Er folgt Marco Comin nach, der als Musikchef ans Münchner Gärtnerplatz-Theater wechselt.

Gamzou, der vor zwei Jahren mit der Uraufführung seiner Fassung der unvollendeten zehnten Sinfonie Gustav Mahlers in der Musikwelt für Aufsehen sorgte, wird zunächst für eine Spielzeit, möglicherweise aber auch länger, in Kassel tätig sein. Dem Opernpublikum wird er sich im September mit der Neuproduktion von Beethovens „Fidelio“ vorstellen.

Eine Erkrankung des früheren Kapellmeisters Marc Piollet hatte vor fast genau einem Jahr dazu geführt, dass Yoel Gamzou in Kassel als Dirigent für Mahlers neunte Sinfonie eingesprungen war. Dieses Konzert war nicht nur musikalisch ein außergewöhnliches Ereignis. Es war auch der Beginn einer Art Liebesbeziehung zwischen dem amerikanisch-israelischen Dirigenten und dem Kasseler Staatsorchester. Vertieft wurde die Zusammenarbeit beim Benefizkonzert im Aachener Dom „Frieden für Jerusalem“.

In der Folge wurde Gamzou für die kommenden drei Spielzeiten als Gastdirigent verpflichtet. Dass er jetzt als Erster Kapellmeister nach Kassel wechselt, darf man getrost als kleine Sensation bezeichnen. Zu dem Engagement dürfte ihn neben dem ausgezeichneten Verhältnis zum Staatsorchester auch die Tatsache bewogen haben, dass er in Kassel Gelegenheit haben wird, sein Musiktheater-Repertoire zu erweitern. Bisher war Gamzou international ausschließlich als Konzertdirigent in Erscheinung getreten.

Von Werner Fritsch

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