Stark im Ausdruck: Chor und Orchester der Neuapostolischen Kirche

Beeindruckend: Musiker der Neuapostolischen Kirche. Foto: Malmus

Kassel. Die Neuapostolische Gemeinde, deren Kirchenraum sich in Wehlheiden befindet, dürfte den meisten Kasselern unbekannt sein. Doch fanden über 200 Zuhörer den Weg zum Passionskonzert des Kammerorchesters und -chores.

Die 70 Musiker, davon 35 im Chor, gaben unter der präzisen Leitung von Steffen Hause ein Passionskonzert mit Werken der Romantik – ausgenommen das Eröffnungsstück, Mozarts „Ave verum corpus“, und das Andante aus seinem Klavierkonzert Nr. 21. Neben Werken von Mendelssohn, Saint-Saëns und Rheinberger wurde Musik unbekannter Meister aufgeführt. Es gab die ausdrucksvoll gestalteten Chorsätze „Unser Vater“ von C. H. Rinck (1770-1846) und „Weinen lasst mich“ von E. H. Gebhardt (1832-1899).

Die konzentriert agierenden Musiker brauchten die trockene Akustik nicht zu fürchten: Sowohl Chor als auch Orchester erwiesen sich als intonationssicher. Fein aufeinander abgestimmtes Spiel und eine große dynamische Bandbreite konnte man in Mendelssohns Oratorienfragment „Christus“, das die Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus beschreibt, bewundern: Die Chromatik im Ruf des Volkes „Kreuzige ihn“ gelang tadellos.

Als Solist trat in den Rezitativen Tenor Andreas Hause hervor, der nicht weniger souverän den Klavierpart in Mozarts Klavierkonzert übernommen hatte. Solistisches gab es noch in der Motette „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ (Daniela Hause, Sopran). Ovationen am Ende des wunderbaren Konzerts. Auf eine Zugabe wurde bewusst verzichtet.

Von Susanna Weber

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