Neu im Kino: Robert Downey jr. spielt in „Iron Man 2“ einen Helden, der an seinen Problemen wächst

Stark sein ist nicht leicht

Ein Tritt in den Hintern macht ihn wach: Robert Downey jr. ist Tony Stark - und der „Iron Man“. Foto: Concorde

Technologiegläubigkeit, Industriespionage und die Privatisierung des Weltfriedens: Regisseur Jon Favreau macht auch aus seiner zweiten „Iron Man“-Verfilmung kein simples Action-spektakel. In hübsch-ironischen Auftritten muss sich sein Selfmade-Superheld den Herausforderungen der globalisierten Welt stellen.

Dabei hat der reiche Tüftler, Waffenproduzent und Dandy Tony Stark, der dank selbst entworfener Technik zum Bewahrer des Friedens wurde, genug mit sich selbst zu tun. Er ist ein Held mit Zweifeln, der lernen muss, stark zu sein. Das erfordert Geduld - bei Tony Stark/Iron Man wie beim Publikum. „Iron Man 2“ ist in (etwas zu) großen Teilen eine feinsinnige Charakterstudie und nimmt spät Fahrt auf. Dann aber richtig.

Auch in der Fortsetzung spielt Robert Downey jr. die Titelrolle: süffisant, selbstironisch und nonchalant. Die Rolle von Starks Vertrautem Colonel James Rhodes übernimmt Don Cheadle. Er bekommt eine eigene Rüstung und unterstützt seinen narzisstischen Freund im Kampf gegen die Bösewichter. Das ist bitter nötig, denn Mickey Rourke als russischer Fiesling Whiplash und Sam Rockwell als Waffenproduzent Justin Hammer sind nicht zu Scherzen aufgelegt. Starks Wunderrüstung, mit der er zum Iron Man wird, hat Begehrlichkeiten geweckt. Geld, militärische Stärke und Macht: Auch die US-Regierung will Starks Erfindung verstaatlichen - zur Sicherheit der Nation. Klar, dass der sich weigert. „Iron Man 2“ wird zur Abrechnung mit Paranoia und Falschspielerei im Finanz-, Macht-, Politikgestrüpp Amerikas. Helden werden nicht geduldet, es sei denn, sie sind staatlich kontrollierbar. Aber genau das ist Tony Stark nicht. Den wichtigsten Kampf jedoch kämpft er mit sich selbst: Der Wunderreaktor in seinem Körper vergiftet sein Blut. Er macht seine bezaubernde Assistentin und heimliche Liebe Pepper Pots (Gwyneth Paltrow) zur Chefin seines Konzerns.

„Iron Man 2“ ist mehr als eine Stunde lang das Drama eines Mannes, der an sich selbst zu zerbrechen droht: inszeniert mit der Rotzigkeit und dem Trotz einer Independent-Produktion mit gigantischem Budget.

Wo das Geld steckt, wird im letzten Drittel klar: Dann, wenn Nick Fury als Chef einer Geheimorganisation (Samuel L. Jackson) und die mysteriöse Natasha Romanoff alias Black Widow - Scarlett Johansson feiert ein beeindruckendes Actiondebüt - dem verzagten Helden einen Tritt in den Hintern verpassen. Im ultimativen Kontrastprogramm zu Starks Ego-Therapie explodiert, knallt und kracht es mit Ideenreichtum und Witz: ein Mix aus althergebrachter, klassisch gefilmter Action und Computer-Knalleffekten. (tx)

Genre: Actiondrama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Andreas Fischer

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