Sommer im Park: Gerhard Polt und die Well-Brüder in Vellmar

Starkbier statt Drogen

Bissig: Gerhard Polt (links) und die Well-Brüder (von links Michael, Karli und Stofferl). Foto: Fischer

Vellmar. Er ist ein Unikum, ein Original, dieser großartige Grantler und Besserwisser Gerhard Polt. Mit den ebenfalls aus Bayern stammenden drei Well-Brüdern (Michael, Karl, Christoph/Stofferl) hobelte sich der 73-jährige Münchner Schauspieler, Autor und Kabarettist, der auf der Bühne so gern den emotionalen Grobmotoriker gibt, durch das Leben.

Zuerst einmal legen die Well-Brüder mit zünftiger Musik und eingearbeiteten Kalauern los: „Vellmar, du Perle vom Hessenland.“ Polt sitzt derweil auf einem Stuhl neben ihnen, mimt den Gelangweilten und wirkt wie ein Besucher, der im ausverkauften Zelt nur noch auf der Bühne unterkam. Kaum klingt die Musik aus, springt er auf und ist sofort in seinem Element.

Polt schwärmt vom 125. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr des Örtchens Hausen und was dafür alles „besonders in kultureller Hinsicht“ auf die Beine gestellt wurde: „Ein Bierzelt und für die Kinder ein Wettspritzen.“ Die Bilanz: „Wir hom 21 000 Liter Bier verkauft - da ist das Weißbier noch nicht drin.“

Polt, der seine Karriere mit Hörspielproduktionen für den HR startete, kann nicht nur sehr witzig, sondern auch sehr bissig sein. Gleiches gilt für die Musiker, die mit Posaune, Gitarre, Harfe, Akkordeon, ja selbst Alphörnern aufspielen, zudem auch mit Jodeleinlagen und Schuhplattlern für weitere Stimmungsschübe sorgen. Polt reflektiert lieber über das Rentner-Dasein, will seinem Enkel, „dem Bubi, ein Menschenbild mitgeben, damit der Demokrat werden kann“.

„Terrorismus? Is do imma scho umbracht worden, Bubi, schon bei Kaiser Karl.“ Auch zum Thema Wehr- oder Ersatzdienst hat er eine recht krasse Meinung: „Bevor ich jemand den Arsch abwische muss, schieß ich lieber.“ Drogen? „Starkbier und Schnops homma gehobt, mir hom ka Drogen braucht.“

So bissig und dekadent Polts Sprüche bisweilen rüberkommen, so urkomisch und borniert, wie er sie bringt, kommt das Publikum aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Riesenbeifall.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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