S-Klasse des Staatstheaters feierte eine gelungene Premiere mit „Wir sind so frei”

Starke Frauen der Geschichte

Das Ensemble S-Klasse: Ingrid Masur (Florence Nightingale), Sonja Yankey (Marie Curie), Angelika Hartmann (George Sand), Renate Kohnke (Hedwig Barczaitis), Bärbel Nautz (Frida Kahlo), Gudrun Wienstruck (Katharina von Bora), Doris Hobein (Mascha Kaléko), Karin Maaz (Romy Schneider) und Manfred Zalfen (Testamentsvollstrecker). Auf dem Bild fehlen Rosy Baum, Ulrike Hagedorn und Lucia Hartmann. Foto: Klinger

Kassel. Bisweilen erinnerte das unterhaltsame Spiel auf der Bühne an ein Quiz: Elf Damen, gewandet in der Mode vergangener Jahrhunderte, erzählen aus ihrem Leben.

Eine jede von ihnen war eine historische weibliche Persönlichkeit. Doch wer war wer? Bruchstückhaft führten die Monologe und Dialoge zur Lösung: „Ich wollte die Schwester aller Kranken und Gepeinigten sein“, berichtete die eine. Eine andere erzählte, dass sie provokativ Männerkleidung trug, „Malerin und Lebenskünstlerin“ war, durch Krankheit und Unfall schwer gezeichnet.

Mit jeder weiteren Information keimt die Lösung: Florence Nightingale und Frida Kahlo werden hier dargestellt. Zuvor Romy Schneider, später Katharina von Bora und weitere Frauen, die Geschichte schrieben. Der Grund, in diese Rollen zu schlüpfen, war kein Quiz, sondern ein Testament, das ein unheimlicher Testamentsvollstrecker verlas. Die „S-Klasse“, eine Seniorenclub am Staatstheater, präsentierte am Wochenende im ausverkauften tif ihre neueste Produktion „Wir sind so frei“, inszeniert von Stefanie Milet (Bühne: Silke Becker, Klavier: Donato Deliano).

Mit Einfühlungsvermögen in die historischen Persönlichkeiten und einer kecken Prise Humor agierten die elf weiblichen Darstellerinnen. Ebenso gelungen die Figur und Aura des einzigen männlichen Darstellers (Manfred Zalfen).

Um Geldgier und um die Freiheit, mal in eine andere Haut und Rolle zu schlüpfen, drehte sich das unterhaltsame Stück.

Das Spiel im Spiel begann, doch statt des erhofften Erbes wurden die Damen mit einer überraschenden Pointe entlohnt. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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