Starke Signale: Mykett Morton und Louis on the Run

Kassel. Ein tolles Doppelkonzert erlebten die Besucher des Kulturzentrums Schlachthof Freitagabend mit den Auftritten zweier junger Kasseler Bands.

Kassel. Es war ein lauer Frühlingsabend, vor der Eingangstür des Schlachthofs standen dicht gedrängt junge Menschen, die keine Eintrittskarte mehr für das Doppelkonzert von Mykett Morton und Louis on the Run erbeuten konnten. Ausverkauft.

Das Interesse an den Kasseler Shootingstars war riesig, nicht nur unter dem Aspekt, ob in dem frühen Entwicklungsstadium der Bands professionelles Entertainment geboten würde. Der aufwühlende Charme der ersten Erfolge, die Naivität der Performance, das Unfertige, das Angedeutete – all das sollte und wurde den Musikern zugestanden.

Mykett Morton segeln im Fahrwasser von Milky Chance, Lost Frequencies und Ed Sheeran einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen: Ihr stark rhythmisch akzentuierter Gitarrenpop ist zur Zeit angesagt. Mit etwas Feintuning bei den Arrangements, den Fokus auf mehr Refrainpräsenz gerichtet und einer Performance, bei der man sich nicht von einer euphorisierten Selbstreflexion überwältigen lässt, könnte das Quintett um die Sänger und Gitarristen Julian Blumnauer und Claudio Hohmann weit nach vorne katapultieren.

Auch Louis on the Run füllen die Leinwand mit leuchtenden Farben. Die Stimmen von Sängerin Jürina Luka und Sänger und Gitarrist Jens Opper haben Charisma. Der Satzgesang funktioniert bestens, einige Songs spiegeln schon jetzt eindrucksvoll ein Lebensgefühl zwischen Liebe, Sehnsucht und Traurigkeit. Die Rhythmusarbeit an der Fußtrommel bedarf mehr Aufmerksamkeit, das Pianospiel von Philipp Löffler Präzision, ein Publikum kann man mit künstlerischem Selbstbewusstsein zu mehr Aufmerksamkeit verführen. Stars wie Vance Joy, Eddie Vedder und Passenger setzen die Maßstäbe.

Toller Abend, klasse Bands, super Stimmung. Kassel sendet Signale in die Welt des Pop.

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