Starke Vitalität: Händels „Messias“ in der Kasseler Christuskirche

Rhythmischer Elan: Die Oratorienkantorei und das Orchester Wilhelmshöhe-Brasselsberg unter der Leitung von Uta-Verena Kröhn (links vorn). Foto: Malmus

KASSEL. Als kirchenmusikalisches Großereignis in der Christuskirche war Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ angekündigt, und das war nicht zu viel versprochen. Das Kantoren-Ehepaar Uta-Verena Kröhn und Stephan Peter Herrmann leitete eine überaus gelungene Aufführung.

In monatelanger Probenarbeit hat die Oratorienkantorei Wilhelmshöhe/Brasselsberg das Meisterwerk einstudiert. Würde es sich um Sport handeln, könnte man sagen, dass sie beim Konzert topfit war.

Die Kantorei, groß besetzt mit rund hundert Stimmen, brachte Händels rhythmischen Elan zum Klingen. Sie machte so die ungebrochene Vitalität seines berühmtesten Oratoriums hörbar – eine Musik, die gleichsam 272 Jahre jung ist.

Mit großer Wortdeutlichkeit sang sie Christoph Daniel Ebelings deutsche Textfassung. Uta-Verena Kröhn leitete dabei den Chor, Stephan Peter Herrmann übernahm an der Orgel die Leitung des akzentuiert spielenden Orchesters.

Schwungvoll erklangen Händels geniale Einfälle wie das fröhlich-federnde „Denn es ist uns ein Kind geboren“ und das berühmte „Halleluja“ – bei diesem Barockhit erhoben sich die 450 Konzertbesucher von ihren Sitzplätzen.

Ins positive Gesamtbild fügten sich die Solisten Christina Wieland (Sopran), Anna Michelsen (Alt), Reiner Geißdörfer (Tenor) und Helmut Weckesser (Bass). Markant das jugendlich-helle, dabei zart vibrierende Soprantimbre Christina Wielands. Eine starke Leistung bot auch der Bassbariton Helmut Weckesser.

130 Minuten dauerte die Aufführung des leicht gekürzten Oratoriums – ein großer Bogen, eine inspirierte Zeit. Es gab Ovationen, viel Schlussbeifall. Am Sonntag folgte noch ein Auftritt in der evangelischen Stadtkirche Zierenberg.

Von Georg Pepl

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