Gemälde aus Haarlem

Starker Gast im Schloss Wilhelmshöhe

+
Leihgabe aus dem Frans Hals Museum Haarlem für die Gemäldegalerie Alte Meister: Hendrick Goltzius, „Herkules und Cacus“ (1613). 

Kassel. Der Kasseler Herkules hat einen starken Freund zu Besuch. Aus dem Frans Hals Museum in Haarlem ist bis Sonntag, 18. Februar, im 3. Obergeschoss der Gemäldegalerie Alte Meister das monumentale Gemälde „Herkules und Cacus“ von Hendrick Goltzius zu Gast.

Goltzius, Anfang 1558 in Bracht, heute ein Ortsteil von Brüggen im Kreis Viersen, geboren, war einer der einflussreichsten Künstler des 16. Jahrhunderts. Sein 400. Todestag 1617 wurde im vergangenen Jahr begangen. Als er zu Studienzwecken nach Italien reiste, stattete er natürlich dem Herkules Farnese in Rom einen Besuch ab und schuf eine berühmte Rückenansicht der Figur.

Auch das 1613 entstandene Gemälde huldigt dem Herkules. Es zeigt den triumphierenden Halbgott mit der geschulterten Keule, der getötete Cacus liegt am Boden. Während Herkules als Sinnbild für Stärke und Tugend gilt, symbolisiert Cacus Falschheit und Laster. Goltzius kombiniert zudem den mythologischen Stoff mit einem Porträt. Der Sohn Johan des Auftraggebers, des Bürgermeisters von Haarlem, Johan Colterman, nimmt die Gestalt des Herkules an.

Berühmt ist Goltzius heute vor allem für die technische Perfektion und unkonventionelle Bildfindungen seiner Kupferstiche. Charakteristisch ist auch hier die Darstellung des nackten Körpers, den er in dynamischen und artistischen Posen inszenierte.

Seinen prominenten Platz in der Kunstgeschichte nimmt Goltzius auch durch seine dreifache Funktion als Erfinder, Stecher und Verleger ein – begabte Mitarbeiter führten die Stiche aus. Zuletzt zeigte das Kupferstichkabinett im Basler Kunstmuseum 2017 Goltzius’ biblische und mythologische Darstellungen sowie gelehrte Allegorien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.