Iggy Pop brauchte Anlaufzeit, dann überzeugte er beim Open Flair wie am Vorabend die Fantastischen Vier

Open Flair: Stars werden auf Händen getragen

Iggy Pop

Eschwege. „Der ganze Körper ist das Instrument“, forderte Smudo von den Fantastischen Vier, als er das Publikum auf dem Open-Flair-Festival am Freitagabend in seinen Eschweger Gospelchor verwandelte.

Fotos des Festivals

Open Flair in Eschwege

Zur Hymne „Smudo in Zukunft“ schnellten selbst in den hinteren Reihen die Arme in den Himmel. „Halleluja, Open Flair, das macht ihr großartig“, lautete das Fazit des Sängers.

Mit Liedern vom aktuellen Album und mit Klassikern wie „Sie ist weg“ oder „Tag am Meer“ begeisterten die Fantas, lediglich die Kultsingle „Die da“ wurde vermisst. Die Band spielte über 90 Minuten. Die vier Musiker waren bereits zum fünften Mal auf dem Open Flair. „Wir bleiben euch troy“, rief Smudo, als er sich auf den Händen der Zuschauer durchs Publikum tragen ließ.

Thomas D. von den Fantastischen Vier

Samstag wurde mit Einbruch der Dunkelheit die Bühne dann für Iggy Pop bereitet. Der Headliner hatte es nach der vorangegangenen Powerleistung der Dropkick Murphys anfänglich etwas schwer. Insbesondere für das jüngere Publikum war der Übergang vom folkigen Tanzrock der Murphys zu dem im Vergleich dazu fast ruhig wirkenden Iggy Pop ein wenig zu abrupt.

Die Reihen leerten sich, und man spürte, dass sich die erfolgreichste Phase von Iggy Pop vor der Jugend einiger Festivalbesucher abgespielt hat. Aber mit einer energiegeladenen Show und unverwechselbarem Gesang konnte die 64-jährige Ikone schließlich das Publikum überzeugen. Auch nach über 40 Jahren auf der Bühne, ist der „Godfather of Punk“ einen Auftritt wert. Er holte einige Fans auf die Bühne und ließ sich mit seiner Band The Stooges vom Publikum feiern.

Aber nicht nur die Bands, sondern auch das Wetter verlangte dem Publikum vor den drei Bühnen einiges ab. „Nicht drängeln, es ist genug Asphalt für alle da“, lauteten die Anweisungen des Sicherheitspersonals. Trotzdem waren insbesondere die Bewohner des Campingplatzes bereits am ersten Tag deutlich von Schlammspuren gezeichnet. Der Regen strömte während des Auftritts der Fantastischen Vier, zuvor bei The Subways waren die begeisterten Fans noch mit Wasser aus Feuerwehrspritzen gekühlt worden. Aber Abkühlung war vielfach auch notwendig, denn Charlotte Cooper und Billy Lunn von The Subways hatten den Fans ordentlich eingeheizt.

Am frühen Samstagabend zogen Jupiter Jones Zuschauer auf die Seebühne und begeisterten vor allem mit ihrem aktuellen Hit „Still“. Vor der Bühne hätten aber noch deutlich mehr Fans Platz gefunden, allerdings hielten die langen Besucherschlangen wohl viele davon ab.

Zeitgleich forderte die Mittelalter-Folk-Rock-Band Schandmaul die Fans zum Paartanz. Im Seitschritt hüpften die Massen zum deutschsprachigen Folklore-Rock. Anschließend wurden die Klänge deutlich härter. Bei den Dropkick Murphys, einer irisch-amerikanischen Folk-Punk-Band, pogte das Publikum vor der Bühne, aber auch noch hinter den Absperrungen.

Von Kathrin Meyer

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