Starsopranistin Nicole Chevalier singt in Kassel die Titelpartie in Verdis „Luisa Miller“

Freut sich, wieder am Staatstheater Kassel arbeiten zu können: Die Ausnahmesopranistin Nicole Chevalier. Foto: Fritsch

Kassel. In den Jahren 2007 bis 2009 war Nicole Chevalier der Star des Kasseler Opernensembles. Viele Opernfreunde erinnern sich an die großen Erfolge, die sie mit „Lucia di Lammermoor“, als Blanche in Poulencs „Karmelitinnen“ oder als Donna Elvira in Mozarts „Don Giovanni“ feierte. Seit 2012 gehört die Koloratursopranistin zum Ensemble der Komischen Oper in Berlin, und nun kehrt sie als Gast für eine Produktion nach Kassel zurück: In der Verdi-Oper „Luisa Miller“ wird sie die Titelrolle singen, Premiere ist am 17. Dezember.

Jetzt ist Probenzeit, und als wir uns in einem Innenstadt-Café treffen, ist Nicole Chevalier bestens gelaunt. Mal wieder probt sie mit dem Regisseur Dominique Mentha, mit dem sie bereits bei Lehárs „Graf von Luxemburg“ und Händels „Hercules“ zusammengearbeitet hatte. „Wir hatten immer viel Spaß, er hat einen so tollen Humor und ein schweizerisch perfektes Timing, aber ich hätte nicht gedacht, dass er mal ein so düsteres Stück wie ,Luisa Miller‘ machen würde.“ Um anzufügen: „Heftig! Schiller halt!“

Tatsächlich hat sich Nicole Chevalier lange auf diese Rolle vorbereitet, die „nicht leicht zu gestalten“ ist. Hohe Dramatik im Text und sängerische Leichtigkeit – „purer Belcanto“ – sind gleichermaßen gefordert und müssen in der Charakterzeichnung dieser Figur zusammenkommen.

Nicole Chevalier, die eine Urenkelin des Chansonniers Maurice Chevalier ist, liebt es, das Singen mit dem Spiel zu verbinden. Zunächst aber gelte es, die angemessene Stimme für eine Opernfigur zu finden, die richtige Technik.

Nicole Chevalier, die in Chicago aufwuchs und in Bloomington und New York ausgebildet wurde, ist eine sehr flexible Sängerin. Nicht zufällig hat sie jüngst den begehrten Theaterpreis „Faust“ für ihre Verkörperung aller vier (durchaus gegensätzlichen) weiblichen Hauptfiguren in der Offenbach-Oper „Hoffmanns Erzählungen“ an der Komischen Oper bekommen.

Dass sie sic h nun in Kassel – „ein Theater mit einem sehr engagierten Ensemble“ – die Rolle der Luisa aneignen kann, passt zu ihrem Naturell, immer wieder neue Herausforderungen zu suchen. Die nächste wartet danach schon in Berlin auf sie, wo sie mit ihrem Mann, dem Schauspielregisseur Thomas Krupa und ihrem vierjährigen Sohn Leon lebt: Die Titelpartie in der Aribert-Reimann-Oper „Medea“. Lächelnd sagt Nicole Chevalier: „Welche Sängerin will nicht mal eine Medea sein?“

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