Sonntag, ARD, 20.15 Uhr

Start in „Tatort“-Saison mit Dresdner Ermittlern: Mord im Edelrestaurant

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Im Einsatz: Ermittlerin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) arbeitet sich langsam auf das Dach vor, auf dem sich Katharina Benda mit ihren Kindern verschanzt hat.

Der Zuschauer ahnt es: Jeden Moment wird der Schuss fallen und die Angestellte eines noblen Restaurants in ihrem Blut liegen.

Erschossen von einem mysteriös wirkenden Mann, der energisch an der verschlossenen Tür rüttelt und Einlass verlangt, um nach etwas zu suchen. Doch es kommt anders im „Tatort: Nemesis“ – die junge Frau kann den Mann abwimmeln. Dafür findet sie bald einen Toten, ihren erschossenen Chef.

War es die Mafia? Alle Spuren in dem Mordfall führen tatsächlich in die Schattenwirtschaft, die längst auch die Edel-Restaurants der Dresdner City als Möglichkeiten der Geldwäsche entdeckt hat. 

Diese Theorie der Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie „Leo“ Winkler (Cornelia Gröschel) wird durch einen zwei Wochen zurückliegenden Einsatz der Polizei gestützt. Ein Sohn des Toten (Caspar Hoffmann) hatte die Polizei gerufen, weil zwei Männer in das Haus eingedrungen waren, Geld forderten und ihn und seinen Bruder bedroht hatten.

Gorniak und Winkler leiden unter ihrem Chef

So beginnt nach der Sommerpause der erste Krimi der neuen „Tatort“-Saison, der in den Osten führt. Die Regie beim „Tatort: Nemesis“ führte Stephan Wagner, das Buch stammt von Mark Monheim.

Gorniak und Winkler leiden noch immer unter ihrem aufbrausenden Chef, dem Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach). Schnabel kennt den Toten und dessen Familie; mehrmals war er in dem Restaurant eingeladen. Und auch Leonies Vater Otto Winkler (Uwe Preuss) kannte den Unternehmensgründer und Koch. Der pensionierte Polizeibeamte erinnert sich noch gut an die Zeit des Wilden Ostens, als die Polizei auch mal ein Auge zudrückte, um die zarten wirtschaftlichen Pflänzchen zu erhalten. Er glaubt nicht an die Mafia-Theorie.

Beim Check der Mails des Toten entsteht ein anderes Motiv. Er wollte sich von seiner Frau Katharina (Britta Hammelstein) trennen. Wusste sie davon? Es würde zum Titel passen, bei dem man in der ARD offenbar hofft, dass ihn nicht viele Zuschauer verstehen. Nemesis, in der griechischen Mythologie die Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit, wird oft als Rachegöttin eingestuft.

V-Leute sind Thema

Einmal mehr legt der „Tatort“ den Finger in die Wunde, dass die Staatsorgane – insbesondere Polizei und Verfassungsschutz – nicht miteinander arbeiten. Auch die manchmal zwielichtige Rolle von V-Leuten wird thematisiert. 

Dessen ungeachtet kann sich Dresden von seiner schönsten Seite zeigen – von der Frauenkirche über das Blaue Wunder, Einfamilienhäuser im Bauhaus-Stil bis zur waldreichen Umgebung mit pittoresken Orten.

Von Katharina Dockhorn

Eine Kritik lesen Sie nach der Ausstrahlung auf hna.de/kultur

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