Statt Gottschalk hätten wir lieber Bieber: Ein lustloser Moderator bei „Wetten, dass ..?“

Es ist nicht auszuschließen, dass die TV-Zuschauer am Samstag Thomas Gottschalks Nachfolger als Moderator von „Wetten, dass ..?“ gesehen haben. Der kanadische Teenie-Star Justin Bieber brachte jedenfalls fast alle wichtigen Eigenschaften mit, die ein neuer Gottschalk braucht.

Mit einem Hit-Medley ließ der 17 Jahre alte Musiker die jugendliche Zielgruppe in Augsburg ausrasten. Selbst mit einer Gottschalk-Perücke machte er eine gute Figur. Und dann ordnete er in nicht einmal zwei Minuten die Farben eines Zauberwürfels richtig an. Für Gottschalk ist seine Aufgabe beim ZDF-Samstagabendklassiker wie die Quadratur des Kreises. Manche werden jetzt erneut mäkeln, dass die Quote nach der mit Spannung erwarteten Februar-Ausgabe wieder gesunken ist (von 32,1 auf 29,1 Prozent Marktanteil). Dabei sind 9,06 Millionen Zuschauer immer noch sehr stattlich.

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Trotzdem konnte man am Ende der ersten Ausgabe nach seinem angekündigten Rücktritt prophezeien: Wetten, dass die Show ohne Gottschalk noch mehr Spaß macht? Trotz des Fehlens der angekündigten Stars Adele, Thomas Kretschmann und Nadja Uhl bot das ZDF alles, was ein guter Fernsehabend braucht. Neben Bieber gab es die Show-Acts Herbert Grönemeyer und Bruno Mars. Auf der Couch war mit Musiker Udo Jürgens, Schauspielerin Catherine Deneuve sowie Erfolgs-Regisseur Til Schweiger für jeden etwas dabei. Und auch die Wetten brachten einen zum Staunen.

Noch mehr staunte man allerdings über Gottschalk, der seinen interessanten Gästen uninteressante Fragen stellte. Dafür schwadronierte er lang über einen Jahre alten Streit mit der „Kokowäh“-Darstellerin Jasmin Gerat, ohne den Grund zu nennen - er hatte die MTV-Moderatorin als „Szene-Opfer“ bezeichnet. Und als der spätere Wettkönig Florian Kreutz die größten Städte der Welt anhand von Satellitenbildern erkannte, kreischte Gottschalks wie immer hyperventilierende Assistentin Michelle Hunziker staunend ins Mikro: „Wieviel Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern gibt es auf der Welt?“

Eine Antwort gab das Duo nicht. Auch wir sind ratlos - es müssen mehr als 1000 sein. Gottschalks Nachfolger wird so etwas besser machen. Womöglich saß er am Samstag tatsächlich auf der Couch und heißt Markus Lanz. Als Udo Jürgens eine von Gottschalks belanglosen Fragen beantwortete, schaute er die ganze Zeit den ZDF-Mann Lanz an, als sei der schon der Chef.

Von Matthias Lohr

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