Abschluss des Kreativwettbewerbs der Kasseler Musiktage mit preisgekrönten Beiträgen von Jugendlichen

Das Staunen macht erfinderisch

Gekonnt: Beitrag der Tanzwerkstatt Kassel „I see“ bei der Aufführung im Opernhaus. Fotos: Fischer

KASSEL. Wohin? Woher? Warum? Es gibt so viele Fragen. Kinder und Jugendliche gehen gern aufs Ganze. Das konnte man am Dienstagabend im Kasseler Opernhaus erleben. Die fünf prämierten Beiträge des Kreativwettbewerbs „Was staunst du?“ der Kasseler Musiktage stellten sich vor, jeder originell und mit einer sehr individuellen Handschrift der beteiligten Schüler. Uniformität oder Opportunismus? Keine Rede davon.

Als Musical ergründete eine Gruppe der Lichtbergschule Eiterfeld mit selbst komponierter Musik, mit Band und Video die Frage: „Warum bin ich auf der Welt?“ Die Tanzwerkstatt Kassel stellte ihre Choreografie unter das Motto „I see“. Überstarke Bilder aus dem Leben dieser Welt fesselten die Aufmerksamkeit, ehe der gekonnte Tanz in den Vordergrund rückte. Am Ende hieß es „What a Wonderful World“.

Hoffnung und Perspektive auch bei einer achten Klasse der Ahnatalschule Vellmar, die zu selbst gedrehten Videos ihre Welt, aber auch Flüchtlinge auf dem Weg hierher zeigte. Eine kleine Bewegungseinheit mit Instrumentalensemble trat hinzu.

Das Staunen siegt über die Tatsachen. Die physikalische Erklärung des Nordlichts unterliegt der Faszination des Schönen. Dies war ein Teil der Darbietung eines Musik-Leistungskurses des Gymnasiums Philippinum aus Marburg. Danach entstand aus dem banal erscheinenden Straßentod einer Blindschleiche und deren feierlichem Begräbnis eine höhere Symbolik. Die „Forgotten Colours“, vergessene Farben, besiegten das Grau des Alltags.

Am Ende legte die Truppe Soul Fly der Body & Soul Dance Company Kassel ein professionelles Tanztheater auf die Bretter der Bühne, das fast ohne bildliche Reize auskam. Zu Recht bekam diese Darbietung den Publikumspreis, der wie die anderen Preise von Kasseler Firmen und Institutionen gestiftet wurde.

Den Fotowettbewerb gewannen Hannah Müller (1. Preis) mit einem Bild von einem Fahrradparkplatz in Amsterdam und Laetitia Krone (2. Preis) mit einem Foto eines Soldatenfriedhofs in Verdun. Katja Tschirwitz führte durch den reichlich beklatschten Abend.

Von Johannes Mundry

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