Zum 85. Geburtstag von Gabriel García Márquez:  Die Stimme Lateinamerikas

Meister des magischen Realismus: Gabriel García Márquez. Foto: dpa

Gabriel García Márquez, der am 6. März 85. Jahre alt wird, ist der wohl größte lebende lateinamerikanische Autor. Sein Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ machte ihn weltberühmt und brachte ihm 1982 den Literaturnobelpreis ein. Literarisch rückte Südamerika den Europäern damit ein Stück näher.

Die Familiensaga aus dem mythischen Urwalddorf Macondo begeisterte auch diesseits des Atlantiks Millionen von Lesern, doch um den Meister des magischen Realismus ist es still geworden. Er hat seit Jahren nichts mehr publiziert, und es geht ihm nach einer Krebserkrankung nicht gut. Seinen heutigen 85. Geburtstag feiert er fern der Öffentlichkeit in seiner Wahlheimat Mexiko.

Erste Arbeiten als Journalist

Geboren wurde Gabriel García Márquez am 6. März 1927 in Aracataca, in der Karibikregion Kolumbiens. Nach dem Jesuitenkolleg in Bogotá begann er ein Jurastudium, das er aber nie abschloss. Stattdessen begann er 1948 in der Hafenstadt Barranquilla als Journalist zu arbeiten. 1955 erschien sein erster Roman, „La hojarasca“ (dt. 1975, „Der Laubsturm“). 1958 heiratete er Mercedes Barcha Pardo, mit der er zwei Söhne hat.

Das Leben des García Márquez ist reich an Anekdoten, wie der, dass er in Barranquilla im Bordell wohnte, weil dort die Zimmer billig waren. Auch später war er oft klamm, und als er 1967 das Manuskript von „Hundert Jahre Einsamkeit“ an seinen Verleger in Buenos Aires schicken wollte, reichte das Geld nicht fürs volle Porto. Er schickte es daher in zwei Teilen.

Große Romane

Mit diesem Werk schaffte García Márquez den Durchbruch. Auf „Hundert Jahre Einsamkeit“ folgte als nächster großer Roman „Der Herbst des Patriarchen“ (1975, dt. 1978), die Geschichte eines Diktators, in dessen Person sich die Charaktere realer lateinamerikanischer Tyrannen mit fantastischen Elementen mischen.

Weitere bekannte Romane sind „Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt“ (1961, dt. 1976), „Chronik eines angekündigten Todes“ (1981) und „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ (1985, dt. 1987). Zuletzt erschien 2004 „Erinnerung an meine traurigen Huren“.

Politischer Einfluss

Doch nicht nur als Schriftsteller übte García Márquez in Lateinamerika bedeutenden Einfluss aus. Politisch engagierte er sich stets für die Linke. Seine Freundschaft mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro führte zu einer heftigen Kontroverse mit seinem peruanischen Schriftsteller-Kollegen Mario Vargas Llosa, der ihn „Höfling Castros“ nannte. Doch García Márquez hielt an seiner Freundschaft zu Castro fest. (dpa)

Von Klaus Blume

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