Die Vargas Blues Band ließ es im Theaterstübchen bei einem etwas lauteren Konzert krachen

Stimme wird zu Stimmung

Die Vargas Blues Band: (von links) Luis Majo (Bass), Bobby Alexander (Gesang), Peter Kunst (Drums) und Javier Vargas (Gitarre). Foto:  Malmus

Kassel. Das Konzert der Vargas Blues Band lässt sich mit den Formulierungen umschreiben, über die man im Genre Bluesrock immer wieder stolpert. Da wurde „satt abgerockt“ und mit „fetten Gitarrenwänden“ beschallt, die „bulligen Grooves“ ausgepackt und „saftige Bassfrequenzen“ in der Magengrube versenkt.

Es musste etwas lauter sein als sonst, und das harmonische Gerüst durfte gegenüber anderen Veranstaltungen im Theaterstübchen wesentlich gröber daherkommen als gewohnt. Denn Javier Vargas und seine Band brauchen Dezibel und Übersichtlichkeit, um ihre Vorzüge ausspielen zu können.

Da war zum einen der schneidende Gesang von Bobby Alexander. Er verwandelte Stimme in Stimmung und ließ bei „Hard time Blues“ und „Love is a jail“ den Muddy Waters von der Leine. Huldigte man der Tradition, erblickte hart interpretierter Louisiana-Blues das Tageslicht. Verließ man dieses Terrain in Richtung Aktualität, hingen die Porträts von Stevie Ray Vaughan, Carlos Santana und Gary Moore an der Wand.

Wenn auch nicht die Raffinesse und gestalterische Qualität dieser Elitetruppe erreicht wird, so streut man doch einiges an Energie unter die vielen Gäste, die sich besonders von Vargas flinken Fingern beeindruckt zeigten. Viele der Songs sind tanzbar, doch das Publikum hielt sich da bedeckt. Perkussionist Alvaro Chervere Tarquino kolorierte manche Komposition mit südamerikanischem Flair und sorgte für dankbar aufgenommene Abwechslung. Schlagzeuger Peter Kunst und Bassist Luis Majo begleiteten mit stoischer Souveränität und ordneten sich bereitwillig dem Diktat der Gitarre unter. So konnte sich Vargas nach Herzenslust durch die Stücke fräsen, mit interessanten Klangfarben aufwarten und von der Rückkopplung bis zur Vollverzerrung jede Menge Soundmodule aktivieren. Das Publikum wusste dies zu schätzen und bekam mehrere Zugaben als Belohnung.

Von Andreas Köthe

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