Die Stimmen leuchteten: hr4-Weihnachtskonzert in Kassel

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Souliges vom Damentrio Ladies Nyght: (von links) Nanni Byl, Elke Diepenbeck und Annika Klar.

Kassel. Ist Weihnachten das Fest der Liebe oder das Fest der Illumination? Es war ein gutes Stichwort von Moderator Heinz Günter Heygen, bevor er die Schwäche für übertriebene weihnachtliche Beleuchtung aufs Korn nahm. Seine Gedichte setzten die amüsanten Akzente beim hr4-Weihnachtskonzert in der Kasseler Stadthalle.

Trotz dieser kleinen Spitze gab es selbstverständlich eine bunte Beleuchtung, die mal als Weihnachtsbaum, mal als festliches Geschenk aufblinkte. Doch auch die Stimmen leuchteten, besonders die von Katja Friedenberg.

Selbst geschriebenen deutschen Pop, bekömmlich für Jung und Alt, sowie frische Interpretationen bekannter Lieder hatte die Kasseler Sängerin mitgebracht - und sie glänzte einmal mehr mit ihrer gefühlvollen Phrasierung. In der Moderation erfuhr man, dass sie seit Neuestem auch einen Wohnsitz in Mannheim hat, wo sie im Studio ihres Förderers Xavier Naidoo ihre erste CD produziert.

Mit den souligen Tönen kennt sich auch das Damentrio Ladies Nyght aus. Unkonventionell wie die Schreibweise von „Night“ kam seine Version von Beethovens Freudenmelodie daher - ganz klassisch zunächst, dann aber mit einem Dreh in Richtung Gospel. Eine tolle Opernstimme, tief und russisch, steuerte der Bariton Dmitriy Ryabchikov bei.

Für die festliche instrumentale Verpackung zuständig: das Orchester um Frank Engel, der bei der Reise durch den Winterwald auch zum Flügelhorn griff und sich trickreiche Arrangements hatte einfallen lassen.

Nicht ganz voll war die Stadthalle, in der die Seitenempore unbesetzt blieb. Gute Stimmung herrschte trotzdem. Zum Beispiel bei der flotten Petersburger Schlittenfahrt des Orchesters. Oder als Heinz Günter Heygen ein Frankfurter Mundart-Gedicht über Weihnachten unter Palmen vortrug. „Desch is es nicht“, so der Trost für alle, die an den Feiertagen zu Hause bleiben.

Von Georg Pepl

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