Stimmgewalt vom Balkan: Madame Baheux beim Kaufunger Stiftssommer

Weltmusik der besonderen Art: Madame Baheux mit (von links) LJubinka Jokic, Jelena Poprzˇan, Lina Neuner und Maria Petrova. Foto: Polk

Kaufungen. Was soll das werden? Da ertönt eine Bratsche neben E-Gitarre, dazu E-Kontrabass und Schlagzeug - eine nicht gerade gängige Besetzung selbst für eine Band, die Weltmusik macht. Rund 60 Besucher erlebten beim Kaufunger Stiftssommer das Resultat: Madame Baheux begeisterte mit einem spritzigen, dynamischen und unterhaltsamen Konzert auf musikalisch höchstem Niveau.

Die Formation aus Wien – Gewinnerin des Austrian World Music Awards 2014 – spielte eine Mischung aus Balkanfolklore mit Einschlägen von Zigeunermusik, Jugo-Pop und schon fast experimentellem Jazz. Ob bei traditionellen Stücken wie „ar planina“ oder bei Eigenkompositionen wie „Lucky Ley“ – die hochkarätigen Musikerinnen lotsten ihr Publikum souverän durch verblüffende Klangwelten, bereichert durch den Einsatz ihrer teils herausragenden Stimmen. Die aus Serbien stammende Bratscherin Jelena Pop-rzˇan erzählte mehr zu den Stücken und erkundigte sich augenzwinkernd nach dem Befinden der Besucher angesichts des EM-Halbfinalspiels: „Ist alles in Ordnung? Super!“

Neben ihrem blitzsauberen Bratschenspiel bezauberte sie stimmlich mit Facetten, die von kehligem Gesang bis hin zu koloraturähnlichen Lautmalereien reichten. Sie stand in musikalischem Dialog mit der bosnischen Gitarristin Ljubinka Jokic, im Ensemble mit Virtuosität und Empathie zuständig für den rockigen Anstrich.

Die Österreicherin Lina Neuner zeigte ihr technisches Können am E-Kontrabass schon dadurch, dass sie nur auf drei Saiten spielte – die höchste Saite riss im zweiten Stück. Mitreißend war die Bulgarin Maria Petrova am Schlagzeug, die finessenreich und frisch den Rhythmus vorgab. Das Publikum bedankte sich mit großem Applaus für ein herausragendes Konzert.

Von Ilona Polk

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