Stimmungsvoll: „A Night of Carols and Candles“ in der Rosenkranzkirche

Stimmungsvolle weihnachtliche Chormusik: Das Collegium Vocale mit Thomas Pieper (links). Foto: Fischer

Kassel. Wenn zu einem geistlichen Chorkonzert mit weihnachtlichen Sätzen und der Lesung der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium lange nach dem Fest weit mehr als vierhundert Menschen strömen, dann trifft es wohl ein stilles Bedürfnis, die Festzeit, die durch so viele Klischees, so viele kommerzielle, verkitschte Marginalien belastet ist, still und ohne Hektik ausklingen zu lassen.

„A Night of Carols an Candles“, dieses Konzert des Collegium Vocale an St. Marien, ist mehr als nur eine Tradition, es ist schon fast Kult für viele bewusste Christen. Jahr für Jahr kommen mehr Besucher. Diesmal mussten sogar nicht wenige in der großen katholischen Kirche am Bebelplatz stehen.

Das Collegium Vocale, von Regionalkantor Thomas Pieper über Jahre aufgebaut, zeigt sich wieder in bester Verfassung. Es ist nicht falsch, es als den besten Laienchor dieser Größe in Kassel zu bezeichnen. In der kerzenerleuchteten Kirche sangen am Sonntagabend 19 Frauen- und sechs Männerstimmen, zum Teil am Klavier begleitet von Julia Reingardt.

Sie füllten den bei zahlreichem Besuch akustisch sehr günstigen Kirchenraum mühelos mit ihrem homogenen Chorklang, der sich an deutschen und englischen Weihnachtsliedern in zum Teil nicht ganz einfachen Sätzen entfaltete. Sanfte Stücke von innerer Freude überwogen, die Auswahl war gut gewählt und ließ nichts Unpassendes zu. Der Chor folgte Pieper sicher. Keine Strophe war wie die andere, allmähliche oder abrupte Lautstärke- und Tempoveränderungen klappten prima. Die sechs Männerstimmen waren zahlenmäßig unterlegen, doch in der Abmischung gleichwertig.

Der Beifall, der sich unabgesprochen erst nach dem Ende Bahn brach, fiel großzügig aus. Als Zugabe gab es noch einmal „Stille Nacht“. Durch das Mitsingen des Publikums wurde allerdings der nachdenkliche zeitgenössische Satz Wolfram Buchenbergs planiert. Gegen dieses volkstümliche Lied ist wohl kein neues Kraut gewachsen.

Von Johannes Mundry

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