Der Altstar wird mit „Symphonicities“ klassisch

Sting spielt die ganz große Kapelle

Liebt den Orchestersound: Sting (58). Foto: Barda/nh

Ich merke, dass ich älter werde“, erzählte neulich eine Freundin. „Ich mag plötzlich Sting!“ Aber nicht nur die Freundin, auch der Ex-Police-Frontmann wird älter.

Und so verpackt er sein Werk diesmal in ein orchestrales Gewand, nennt es „Symphonicities“ und betritt damit die Schwelle zur E-Musik und alterslosen Klassik.    Alte Songs, neu vertont: Nicht das erste Mal, dass Sting ein solches Projekt anpackt.

Aber bei Gordon Matthew Thomas Sumner hat man den Eindruck, dass er seine Alben nicht mehr für die Gunst der Massen oder gar Geld produziert. Den Beweis bilden die beiden letzten Alben „Songs From The Labyrinth“ mit Musik von John Dowland und die Kaminfeuer-Weihnachts-CD „If On A Winter’s Night ...“ mit irischem Instrumentarium.     Auch mit „Symphonicities“ hat Sting einfach seine musikalischen Gelüste befriedigt und lässt den Hörer dabei Zaungast sein. Und: Wer wünschte sich nicht, einmal mit dem grandiosen Royal Philharmonic Orchestra zusammenzuarbeiten?

Sting selbst wollte die verborgenen Facetten seiner Songs finden, wie er meinte, und er wurde fündig. Nicht nur „End Of The Game“ erscheint wie ein völlig neues Lied. Voller Kraft und Musical-Dramatik wirken die Titel oft wie Neukompositionen, bis Stings heiser-smoothe Vocals ins Spiel kommen. „Roxanne“ reißt den Hörer mit, nutzt viele Holzbläser, die ein neues Thema nach Art einer Fuge kontrapunktieren, bevor Bongos, Streicher-Pizzicati und Stings sanfte Stimme das Stück eine Oktave tiefer angreifen als früher.

„We Work The Black Seam“ hingegen, fast nur mit Blechbläsern intoniert, sorgt selbst bei 35 Grad Hitze für Gänsehaut. Und sogar an das groovende „She’s Too Good For Me“ wagt sich das Orchester heran, diesmal aber mit Gitarre im Gepäck - eine Wucht!     Tatsächlich schafft es Sting, seine Lieder mit vollem Symphonieorchester so klassisch und edel klingen zu lassen wie nie zuvor. Wie alt muss man sein, um Sting im symphonischen Gewand zu mögen? Uralt? Ganz jung? Egal. Sting-Freunde werden dieses Album lieben! (tx)  Sting: Symphonicities (Deutsche Grammophon/Universal). Wertung: !!!!:

Von Kati Hofacker

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