Er trommelt für Stoiber

Stoibers Transrapid-Rede als Schlagzeug-Hit bei Youtube

Eine 1,3 für die Abschlussarbeit an der Popakademie: Der Mannheimer Schlagzeuger Jonny König hat die Transrapid-Rede von Edmund Stoiber vertont. Foto: Youtube

Bis zum 30. Januar war Jonny König ein talentierter aber doch ganz normaler Nachwuchsmusiker. Dann lud der Absolvent der Mannheimer Popakademie seine Schlagzeug-Version der legendären Transrapid-Rede des CSU-Politikers Edmund Stoiber bei Youtube hoch.

Seitdem wurde das Video mehr als eine halbe Million Mal angeklickt. Der 24-Jährige war bei Stefan Raabs „tv total“ zu Gast, und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ widmete dem vierminütigen Clip zwei Seiten im Politikteil.

Schon Stoibers Rede war ja irgendwie ein Hit. 2002 hatte sich der damalige bayerische Ministerpräsident „zwischen Hauptbahnhof und Flughafen“, wie es in seiner Ansprache hieß, so sehr verhaspelt, dass Millionen darüber lachten. Auch König kannte die Rede, obwohl er damals erst 13 war. Der gebürtige Oberpfälzer suchte ein Thema für seine Schlagzeugprüfung an der Pop-Akademie.

Zum Video auf Youtube

Er wollte etwas Besonderes zum Nachtrommeln und dachte an eine Schießerei aus einem Western. Er stieß auf den Wutanfall des ehemaligen Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni, doch dann entschied er sich für Stoiber, weil dessen Rede „so ziemlich das Unrhythmischste ist, das es gibt“.

Er unterteilte die Rede in Ein-Sekunden-Schnipsel und übte sie fast ein halbes Jahr lang ein – mit wirklich jedem „Äh“. In der fertigen Arbeit wird daraus sogar ein Pop-Song, wenn König Stoiber per Computer-Loop immer und immer wieder „Weil das ja klar ist“ singen lässt.

Von seinen Lehrern gab es eine 1,3 für die Stoiber-Hommage, die König nicht als Veräppelung verstanden wissen will. Mittlerweile ist „Stoiber on Drums“ sogar als Single erschienen. Und selbst Stoiber war angetan. Er lud den Trommler, der in mehreren Bands spielt und Werbefilme vertont, zum Politischen Aschermittwoch nach Passau ein. Er fühle sich als Texter gut verstanden, sagte der Politiker.

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.