Wie drei Hotels aus Waldeck-Frankenberg in Berlin für ihr Grimm-Festival warben

Strahlkraft für die Region

Warben für Kultur und Natur in ihrer Heimat: Volker Deigendesch (Schlosshotel Waldeck, von links), Michael Lemke (Die Sonne Frankenberg), Christiane Kohl (Landhaus Bärenmühle), Landrat Dr. Reinhard Kubat und Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann. Foto: von Busse

BErlin. „Nordhessen!“, sagte Christiane Kohl, sobald auf der Pressekonferenz in der Hessischen Landesvertretung in Berlin von Hessen die Rede war. „Wir sind hier die Nordhessen“, begrüßte sie gleich die Journalisten, die zur Vorstellung des ersten Festivals „Literarischer Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ kamen.

Kohl, Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ in Dresden, deren Schwester Bettina das bezaubernd gelegene Landhaus Bärenmühle in Frankenau (Kreis Waldeck-Frankenberg) leitet - ihr ehemaliges Elternhaus - moderierte das Pressegespräch, mit dem drei Hotels für ihre Initiative warben. Beteiligt sind auch „Die Sonne“ in Frankenberg und das „Schloss Waldeck“.

Das Festival soll im Frühjahr mit einem Dutzend bekannter Autoren (siehe Kasten) einen hochkarätigen Auftakt bilden für das 200. Jubiläum der Kinder- und Hausmärchen der Grimms im Dezember 2012. Kohl versäumte es nicht, auf nordhessische Bezüge und Wurzeln mancher Gäste wie beim gebürtigen Korbacher Friedrich Christian Delius, dem nächsten Büchnerpreisträger, und dem aus Kassel stammenden TV-Produzenten und Talkshow-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt hinzuweisen.

„Strahlkraft für die Region“ solle das Festival haben, sagte Volker Deigendesch, der seit zwei Jahren das Hotel auf der Burg Waldeck leitet. Das Hotelier-Trio - zu dem auch Michael Lemke von der Sonne gehörte - zeigte sich aufgeschlossen gegenüber Kooperationspartnern in Nordhessen. „Wir wollen mit allen zusammenarbeiten“, sagte Kohl. Das „Fest der Sprache und der Literatur“, das von der Berliner Kultur- und Konzeptagentur Graf & Frey organisiert wird, soll keine Eintagsfliege sein.

Mitgekommen war auch Landrat Dr. Reinhard Kubat. Er sei mit der Postkutsche bis Kassel gefahren und dort in den ICE umgestiegen, scherzte er. Ernsthaft erläuterte er: „Wir setzen bewusst auf Stille und Qualität.“ Der Waldecker Bürgermeister Jörg Feldmann hatte seinen Urlaub auf Fehmarn unterbrochen, um in Berlin dabei zu sein.

Etwa 15 Journalisten hörten dem Schwärmen über riesige Wälder, wunderschöne Wiesen, romantische Städtchen zu, in denen man mitten in Deutschland die Grimm’schen Märchen nachempfinden könne. Sie fragten nach dem Charakter der Hotels, speziellen Übernachtungsangeboten und möglichem Shuttle-Verkehr zwischen den Veranstaltungen sowie nach den Kosten.

Von einem „beachtlichen Budget“ sprach Lemke lediglich, das mithilfe von Sponsoren geschultert werde: „Kultur wird immer Geld kosten.“ Fördermittel einzuwerben, sei zu langwierig und kompliziert, ergänzte Kohl. Die drei Hotels seien flexibel, stark und unabhängig: „Dann muss man einfach mal anfangen.“

Von Mark-Christian von Busse

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