Video von Carolin Kebekus nicht ausgestrahlt – Komikerin wirft dem Sender Zensur vor

WDR streicht Kirchen-Satire

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Provokante Geste: In ihrem Video „Dunk dem Herrn“ leckt Komikerin Carolin Kebekus ein Kruzifix ab.

Gotteslästerung oder Kunst? Die Meinungen darüber, wie weit Satire gehen darf, sind umstritten. Das musste auch Komikerin Carolin Kebekus erfahren.

Ihr umstrittenes Rap-Video „Dunk dem Herrn“ wurde vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) kurzerhand aus ihrer Sendung „Kebekus!“ verbannt, die am Mittwochabend erstmals auf dem Sender Einsfestival ausgestrahlt wurde. Nun wehrt sich die Komikerin und wertet das Vorgehen des WDR gegen das kirchenkritische Video als Zensur.

In dem Video ist Kebekus als Nonne zu sehen. „Geb mich nur ihm hin, weil ich seine Bitch bin, er ist meine Bank, nur für ihn zieh ich blank“, rappt die 33-Jährige, leckt dabei ein Kruzifix ab und lüftet ihren Rock. Als verschrobene Messdienerin verkleidet, dankt sie dem Herrn für ihre „Angst vor Schwulen“, für ihre „Eins in Reli“ und für „jedes Sonntagsgeld“.

In Stefan Raabs Sendung „TV Total“ kündigte Kebekus an, dass es wohl ihre erste und letzte Sendung gewesen sei. „Brauchen Sie nicht gucken, ist völlig verstümmelt“, wettert die Komikerin. Kollege Stefan Raab empfahl ihr, sich beim neuen WDR-Intendanten Tom Buhrow zu beschweren und sich auf die Kunstfreiheit zu berufen. Der WDR weist die Zensur-Vorwürfe entschieden von sich.

„Der WDR steht für Liberalität und Toleranz. Das bedeutet auch, die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten und die Verunglimpfung religiöser Symbole in seinen Sendungen nicht zuzulassen. Insbesondere durch die Szenen mit dem Kruzifix könnten religiöse Überzeugungen von Zuschauern verletzt werden. Mit Zensur hat das nichts zu tun“, heißt es von Seiten des Senders.

Von Daniel Göbel

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