Ein Versuch, Video-Material in Tanz zu übersetzen

Streng: Muddy Boots in der Kunsthochschule

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Perfekt aufeinander abgestimmt: Die Company Muddy Boots im Hörsaal der Kunsthochschule.

Kassel. Im gut gefüllten Hörsaal der Kunsthochschule zeigte die Company Muddy Boots am Dienstagabend die Performance „Doing Things“.

„Man muss überall Augen haben“, sagte die Tänzerin Ekaterine Giorgadze über ihre Arbeit.  Und dabei schien es, als hätten die drei Tänzer tatsächlich überall Augen, so gut waren sie aufeinander abgestimmt.

Giorgadze ließ mit Jason Jacobs und Andrea Schuler minutiös geplante Bewegungsabläufe entstehen - untermalt von den elektronischen Klängen des Komponisten Johannes Eimermacher. Nichts schien willkürlich in der 45-minütigen Performance.

Sie war ein Versuch, Video-Material in Tanz zu übersetzen. Sie war eine künstlerische Forschung: Wie lassen sich filmische Mittel durch Bewegung darstellen? Oder wie erzeugt man den Eindruck von Abwesenheit? Letzterer kann entstehen, wenn abwechselnd der linke und der rechte Arm gehoben wird und dann die zweite Bewegung wegfällt.

Gezeigt wurde das in seiner Strenge eindrucksvolle Tanzstück bei der kunstformübergreifenden Reihe „In Transmission“, die von der Kunstpädagogik/Kunsthochschule Kassel (Prof. Dr. Tanja Wetzel), der Ästhetischen Bildung/Universität Kassel (Prof. Dr. Verena Freytag) und der Musikpädagogik/Universität Kassel (Prof. Dr. Frauke Heß) veranstaltet wird.

Nach viel Beifall gaben die Tänzer noch Einblicke in den Entstehungsprozess des Stücks. Was faszinierte: Die Zuschauer bekamen Tabellen zu sehen, die mathematischen Formeln glichen. So körperlich der Tanz ist, so abstrakt können die Gedanken sein, die dahinterstehen.

Von Georg Pepl

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