Abstrakte Fotografien von Thomas Wunsch in der Galerie Rasch

Strukturen des Alltags

Abstrakte Fotografie: Thomas Wunschs Bilder entstehen durch das Zusammenspiel von Motivauswahl und digitaler Nachbearbeitung. Foto: De Filippo

Kassel. Spiegelungen in einer Fensterscheibe, schmutzige Fassaden und rostige Stellen an einem Geländer: Wohl niemand käme auf die Idee, diese Dinge zu fotografieren. Niemand außer Thomas Wunsch. Der Wiesbadener Fotograf hält mit seiner Kamera Strukturen und Formen des Alltags fest. Sie sind Grundlage für abstrakte fotografische Werke, von denen einige zurzeit in der Galerie Rasch ausgestellt sind.

Wunschs Lebenslauf ist eindrucksvoll. Schon früh zog er in die USA, mit 17 Jahren wurde er Mitglied der angesehenen Kodak Young Photographer’s League. Später arbeitete er als Mode- und Porträtfotograf in Hamburg, lichtete unter anderem Showgrößen wie Barbra Streisand und Yoko Ono ab. Zudem war Wunsch für eine amerikanische Filmproduktionsfirma tätig und entwirft seit 15 Jahren CD-Cover für das Münchener Plattenlabel ECM.

Inzwischen widmet sich Thomas Wunsch, geboren 1957, hauptsächlich künstlerischen Projekten - insbesondere seinen „abstrakten Fotografien“. Bei Streifzügen sucht er seine ungewöhnlichen Motive, anschließend bearbeitet er die Bilder am Computer. Manchmal so stark, dass er selbst nicht mehr genau wisse, wo das Foto entstanden ist, sagte er in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk.

Wunschs kleine, quadratische Fotografien haben einen starken malerischen Aspekt. Die Motive verschwimmen zu Licht und Schatten, zu geometrischen Elementen, zu abstrakten Kompositionen. Schwarz, Weiß und Grau dominieren. Wobei offen bleibt, ob der Künstler die Farben nachträglich am Computer entfernt hat. Was ist real, was Kunst? Diese Frage ist spannend.

Bis 15. Februar in der Galerie Rasch, Frankfurter Str. 72, geöffnet dienstags und donnerstags 17 bis 19 Uhr.

Von Pamela De Filippo

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