Erika Breuers „Finger - Werk“ im Kulturnetz

Strukturen, wo keine sind

Abweichungen im Detail: Arbeiten von Erika Breuer sind in den Räumen des Vereins Kulturnetz zu sehen. Foto: Gebhardt

Kassel. Die Einzigartigkeit eines jeden Menschen liegt nicht nur in seinem Denken und Fühlen, sondern in erster Linie in den Fingerkuppen. „In erster Linie“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. Jeder Fingerabdruck ist anders. Gerade deshalb sind dessen Linien aus künstlerischer Sicht nicht uninteressant, ein Grund für die Künstlerin Erika Breuer (Jahrgang 1952), sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

In ihrer kleinen Ausstellung „Finger Werk“ im Kulturnetz lassen sich Strukturen entdecken, wo eigentlich keine sind. Die Abweichungen liegen im Detail, in der Ausformung der Linien, in der Art der Rundungen und Verzweigungen. Breuer, Dozentin für Farbe und Gestaltung an der Kasseler Werkakademie für Gestaltung, wählt nicht die „kriminalistische“ Abbildungsmethode - schwarze Linien auf weißem Grund -, sondern quasi schwarz auf schwarz: silbrig schimmerndes Linienspiel auf mattschwarzer Oberfläche (oder umgekehrt). Die „Abdrücke“, die natürlich keine sind, werden vergrößert, wobei der Lichteinfall die Sichtbarkeit mitbestimmt.

In einer anderen Serie (es sind im Ganzen zwei mit jeweils zehn Bildern) geht es spontaner zu: Flüchtige Tuschebewegungen auf weißem Papier, Spuren des Daseins: „Fingerwesen“ nennt Breuer diese Miniaturen. Abstraktion zwischen Spontaneität und formaler Reduktion.

Erika Breuer, Finger - Werk. Kulturnetz, Untere Königsstraße 46 a, bis 16. September, Öffnungszeiten: Di, Mi, Do 11 bis 16 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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