Benefizkonzert für Erdbebenopfer

Ein Stück Orient in Kassel

Bülent Can Foto: privat/nh

KASSEL. Als Bülent Can am Sonntag die ersten Töne auf seiner Langhalslaute anschlug, schien plötzlich ein warmer Wind durch das Kulturzentrum Schlachthof zu wehen. Behutsam begleitet von Welf Kerner am Akkordeon und unterstützt durch die lebendigen Soli von Peter Zingrebe, der abwechselnd Flöte, Klarinette und Saxofon blies, entstand ein Stück Orient mitten in Kassel.

„Die Bühne ist für uns wie eine Küche, und wir hoffen, dass dem Publikum das Ergebnis schmeckt“, rief Bülent Can ins Mikro. Wie seine beiden Kollegen war er an diesem Abend als Grenzgänger zwischen den Musikwelten unterwegs. Und so vermischte sich türkische Lautenmusik mit Tango, Chanson mit „Take Five“, Klezmer mit Liedern auf Texte des Barockdichters Paul Fleming, die Welf Kerner mit markiger Stimme vortrug.

Im Überschwang der Improvisation geriet der Rhythmus auch mal aus den Fugen, doch die Spielfreude der drei war kaum zu bremsen. Das übertrug sich auch auf das Publikum, das sogar ein türkisches Lied mitsang. Während Peter Zingrebe mit dem warmen Ton von Klarinette und Altsaxofon überzeugte, bewies Bülent Can auf verschiedenen Lauten sein Können. Ein Lied ging ihm schließlich besonders nahe: die Klage einer kurdischen Mutter, die ihr Kind verloren hatte.

Denn der Erlös des Benefizkonzerts war für die Opfer des jüngsten Erdbebens im osttürkischen Van bestimmt. Über tausend Euro hat Bülent Can, der viele Bekannte in der Region hat, bisher in seinen Konzerten gesammelt: „Selbst wenn das Geld nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist - auch wenige Leute durch meine Musik glücklich zu machen, ist für uns ein sehr gutes Gefühl!“

Von Felix Werthschulte

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