Schumann-Abend im Institut für Musik

Sturm tobte über Tasten

Kassel. Mit allen Mitteln versuchte Friedrich Wieck, die Ehe seiner Tochter Clara mit Robert Schumann zu verhindern. Doch weder Konzertreisen noch eine Kontaktsperre konnten das musikalische Traumpaar trennen. Uta Grunewald (Mezzosopran), Hellmuth Vivell (Klavier) und Sabine Wackernagel (Rezitation) machten es sich am Donnerstagabend zur Aufgabe, unter dem Motto „Jauchzen möcht’ ich, möchte weinen“ die Beziehung des wohl bekanntesten Komponistenehepaars zu beleuchten.

Es war der ausgezeichneten Textauswahl und der souveränen Rezitation Wackernagels zu verdanken, dass es neben einem ausgewogenen musikalischen Programm interessante Einsichten in das turbulente Leben des Paares gab. Über ein echtes Heimspiel konnte sich Vivell freuen, der mit fast makellosem Spiel seiner Partnerin einen wunderbar gewobenen Klangteppich bot: Das Ensemble trat im leider nur zur Hälfte gefüllten Konzertsaal des Instituts für Musik auf, in dem er als Dozent tätig ist.

Sanft und zart ließ Vivell in der „Mondnacht“ den Himmel die Erde küssen oder in Claras „Loreley“-Vertonung einen wahren Presto-Sturm über den Tasten toben. Grunewald fiel etwas ab, kleinere intonatorische Schwächen trübten den Gesamteindruck. Doch wusste die Mezzosopranistin mit hervorragender Textausdeutung und ausgezeichneter Artikulation ebenfalls zu gefallen.

Von Sebastian Krämer

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