"Der Inder"

Ein Stuttgarter "Tatort" am Puls der Zeit

Verhör: Lannert (Richy Müller, links), von Mayer (Thomas Thieme). Foto: rb

Um Filz und Vetternwirtschaft beim Bau von Stuttgart 21 ging es im SWR-"Tatort: Der Inder" - ein brandaktuelles Thema spannend umgesetzt, findet Redakteur Mark-Christian von Busse.

Als Goethe- und Tarantino-Liebhaber zeigte sich Gerichtsmediziner Dr. Vogt (Jürgen Hartmann) im Stuttgarter „Tatort: Der Inder“ - die Zitate waren ein schöner Spaß von Regie-Routinier Niki Stein („Rommel“), der nach jahrelanger „Tatort“-Pause einen ungewöhnlichen Krimi am Puls der Zeit vorgelegt hat.

„Aufmerksamkeit ist das Leben!“, kann man also mit Goethe sagen. Denn Aufmerksamkeit beanspruchten die verschachtelte Erzählweise und die komplexe Thematik beinahe über Gebühr. Die Konzentration war extrem gefordert, sonst hätte man nur Bahnhof verstanden.

Um den allerdings ging es, genauer: um lukrative Bauprojekte und Landesbürgschaften im Zuge der „Stuttgart 21“-Baustelle. Das umstrittene Großprojekt bildete die Folie für einen Fall von Korruption und Spekulation, den Stein präzise im Politiker- und Wirtschaftsmilieu der schwäbischen Landeshauptstadt verortete. Hochstapler und Strohmänner - faszinierend, wie Stefan Sommer diesen Sumpf ins Bild setzte, wie seine Kamera im Untersuchungsausschuss Kreise zog, wie sie Architekt Busso von Mayer (toll: Thomas Thieme) als Drahtzieher wie einen ruhenden Pol umkreiste. Ein aufregender Fall - für private Mätzchen von Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) blieb keine Zeit.

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